Moussaoui-Prozess Anklage fordert Todesstrafe

Zum Abschluss des Terrorprozesses gegen Zacarias Moussaoui hat die Staatsanwaltschaft erneut die Todesstrafe gefordert. Der Franzose marokkanischer Abstammung ist der bisher einzige Angeklagte, der wegen der Anschläge vom 11. September vor Gericht steht.


Alexandria/Washington - "Auf dieser guten Erde ist kein Platz für jemanden wie Zacarias Moussaoui", sagte Staatsanwalt David Raskin in seinem Schlussplädoyer vor dem Bundesgericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia. Es sei an der Zeit, Moussaouis Hass und Bosheit ein Ende zu setzen, sagte Raskin weiter.

Angeklagter Moussaoui: "Kein Platz auf dieser guten Erde" 
AP/ Carver County Sheriff's Department

Angeklagter Moussaoui: "Kein Platz auf dieser guten Erde" 

Dagegen forderte die Verteidigung die zwölf Mitglieder der Geschworenen-Jury auf, Moussaoui nicht den Tod eines Märtyrers, sondern den langsamen Tod eines verurteilten Kriminellen sterben zu lassen. Die Jury muss jetzt nach Abschluss des Prozesses entscheiden, ob der 37-Jährige hingerichtet oder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wird. Das Todesurteil muss einstimmig gefällt werden.

In seinem Plädoyer forderte Staatsanwalt Raskin, Moussaoui für den Tod von 2972 Menschen bei den Anschlägen vom 11. September zur Verantwortung zu ziehen. "Es gibt nur eine Strafe, die diesem Verbrechen und diesem Angeklagten gerecht wird, meine Damen und Herren, und das ist die Todesstrafe." Es gebe auch keinen Beweis dafür, dass Moussaoui unter paranoider Schizophrenie leide, sagte Raskin nach US-Medienberichten weiter.

Dagegen sagte Verteidiger Gerald Zerkin, dass die Anklage Moussaoui als "Opferlamm" angeboten habe. Moussaoui sei aber nur ein untergeordnetes Mitglied im Terrornetzwerk al-Qaida. Der Angeklagte sei ein Möchtegern-Terrorist, der nicht einmal geradeaus schießen könne.

Moussaoui saß zur Zeit der Anschläge am 11. September wegen eines Visa-Vergehens im Gefängnis. Er beschuldigte sich aber später vor Gericht selbst, dass er angeblich ein fünftes Flugzeug entführen und damit das Weiße Haus in Washington zerstören wollte. Ein angeblicher Mitverschwörer hat die Theorie als falsch bezeichnet.

jto/dpa



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