Havariertes Frachtschiff: Experten beenden Einsatz auf der "Flaminia"

Knapp vier Monate nach dem Brand an Bord der "MSC Flaminia" geht von dem Unglücksfrachter keine Gefahr mehr aus. Sämtliche schwelenden Container wurden entladen, das Havariekommando plant das Ende seines Einsatzes. Die Arbeiten werden jedoch noch Wochen dauern.

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Arbeiten an der "MSC Flaminia": "Es ist einfach nur noch ein normales Schiff"

Wilhelmshaven - Das Cuxhavener Havariekommando wird seinen Einsatz auf dem Unglücksfrachter "MSC Flaminia" in dieser Woche beenden. Alle noch schwelenden Container seien von Bord geholt, sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees. Von dem Schiff geht nach Angaben der Experten keine Gefahr mehr aus. 975 Container - ein Drittel Fracht - sind entladen. Bei den nun folgenden Einsätzen handle es sich um "normale Entladungs- und Entsorgungsarbeiten", heißt es in einer Mitteilung.

"Es ist einfach nur noch ein normales Schiff", sagte Ulrike Windhövel vom Havariekommando. Die Arbeiten werden nach Einschätzung von Monsees dennoch Wochen dauern. Um die Stabilität des Schiffes zu sichern, müsse jeden Tag neu berechnet werden, an welcher Stelle im Schiff entladen werden könne. "Wir können nicht mal eben hundert Container von Bord holen." Auch die 20.000 Tonnen Löschwasser sind noch an Bord und dienen als Stabilisator. Das meiste Löschwasser sei nicht so stark kontaminiert wie befürchtet, hieß es.

Im neuen Containerterminal in Wilhelmshaven wurden für die Entladung 14.000 Quadratmeter Fläche abgesperrt. Ein kleines Containerdorf ist dort entstanden, in dem die Entsorgungsfirmen ihre Büros haben. Eine Waschanlage säubert jeden intakten Container. Anschließend wird er vorsichtig geöffnet. Was darin ist, wissen die Experten. "Wir haben von Anfang an die Ladelisten von der Reederei gehabt." Mehr als 800 der entladenen Container seien inzwischen überprüft und für den Weitertransport freigegeben.

Das Schiff gehört der Reederei NSB in Buxtehude. Es fuhr für die Reederei MSC, als es am 14. Juli im Atlantik in Brand geriet. Der Erste Offizier wurde getötet, ein 41 Jahre alter Seemann starb Anfang Oktober, ein weiteres Besatzungsmitglied wird vermisst. Nach einer wochenlangen Odyssee wurde das Schiff Anfang September nach Wilhelmshaven geschleppt. Die "Flaminia" hatte 2876 Container an Bord, darunter 153 mit Gefahrgut. Die Kosten für die Entsorgung und Entladung ohne die Bergung schätzt Monsees auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

aar/dpa/dapd

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