Schwerer Unfall in Baden-Württemberg Spezialist soll Unglücks-Müllwagen untersuchen

Wie konnte ein 26 Tonnen schwerer Müllwagen auf das Auto einer Familie kippen? Nach dem Unfall mit fünf Toten in Baden-Württemberg haben Ermittler den Laster und das Auto beschlagnahmt.

Feuerwehrkräfte arbeiten am 11.08.2017 auf einer Straße bei Nagold (Baden-Württemberg) an einer Unfallstelle, an der ein Müllwagen auf ein Auto gekippt war. Nach ersten Angaben der Polizei sind bei dem Unfall fünf Menschen ums Leben gekommen. (zu dpa: «Müllwagen kippt um und tötet fünf Menschen in Auto» vom 11.08.2017) (ACHTUNG: Bestmöglich verfügbare technische Qualität) Foto: Dettenmeyer/sdmg/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
DPA

Feuerwehrkräfte arbeiten am 11.08.2017 auf einer Straße bei Nagold (Baden-Württemberg) an einer Unfallstelle, an der ein Müllwagen auf ein Auto gekippt war. Nach ersten Angaben der Polizei sind bei dem Unfall fünf Menschen ums Leben gekommen. (zu dpa: «Müllwagen kippt um und tötet fünf Menschen in Auto» vom 11.08.2017) (ACHTUNG: Bestmöglich verfügbare technische Qualität) Foto: Dettenmeyer/sdmg/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++


Fünf Menschen starben, weil ein Mülllaster in Nagold (Kreis Calw) auf einen Pkw kippte: Die 25 Jahre alte Fahrerin und ihr 22-jähriger Lebensgefährte, die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17-jährige Schwester der Fahrerin. Den Rettern bot sich ein "Bild des Grauens".

Die genaue Unfallursache ist noch unklar. Laut Polizei könnte ein technischer Defekt zu dem Unglück geführt haben. Der 26-Tonner habe aus zunächst unbekannter Ursache von einem Industriegebiet kommend beim Abbiegen beschleunigt und sei dann auf der abschüssigen Straße umgekippt und auf das entgegenkommende Auto gefallen.

Die Polizei hat den Müllwagen und das Autowrack beschlagnahmt. Ein Spezialist soll die Fahrzeuge untersuchen.

Der Mülllaster fuhr im Auftrag der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Calw. Der Lastwagen sei erst im März beim TÜV gewesen, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, das die Fahrzeuge zur Verfügung stellt und wartet. Die nächste Untersuchung in einer Werkstatt sei planmäßig für den September avisiert gewesen. Es habe nie Probleme mit diesem Fahrzeug gegeben.

Das Fahrzeug habe am Unglückstag Altholz einsammeln sollen, gab das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt. Bis zum Unfall seien 15 Ladestellen abgefahren worden, es habe keine Beanstandungen und Auffälligkeiten gegeben. "Von einem angeblichen technischen Defekt ist uns nur aus der Presse bekannt." Man bitte von weiteren telefonischen Anfragen abzusehen, "da auch wir von dem tragischen Unglück sehr mitgenommen sind. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen."

Der 54 Jahre alte Fahrer des Lastwagens erlitt einen Schock. Auch sein 26-jähriger Beifahrer kam leicht verletzt vorsorglich in ein Krankenhaus.

hut/dpa



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