Busunfall in Bayern "Wir werden wohl etliche Tote zu beklagen haben"

In Bayern ist ein Bus nach einem Unfall auf der A9 in Flammen aufgegangen. Es gibt 30 Verletzte, 18 Insassen gelten laut Polizei als vermisst. Doch für sie gibt es kaum Hoffnung.



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In Oberfranken ist ein Reisebus nach einem Unfall mit einem Lastwagen auf der Autobahn 9 in Brand geraten und vollständig ausgebrannt. 30 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. 18 weitere Passagiere werden noch vermisst. "Der Verbleib der anderen Insassen ist derzeit Gegenstand der polizeilichen Maßnahmen vor Ort", teilten die Ermittler auf Twitter mit.

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Münchberg in Bayern: Schwerer Busunfall auf der A9

"Wir sind realistisch und werden am Ende des Tages wohl etliche Tote zu beklagen haben", sagte Polizeisprecher Jürgen Stadter dem Fernsehsender n-tv. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die vermissten Fahrgäste nicht mehr aus dem brennenden Bus retten konnten.

Zumindest "ein Fünkchen Hoffnung" gebe es aber noch, sagte ein Sprecher: "Vielleicht ist jemand im Schockzustand weggerannt." Hinweise darauf hat die Polizei auch Stunden nach dem Unfall und trotz intensiver Suchmaßnahmen jedoch nicht. Ein Feuerwehrsprecher sagte, es sei unwahrscheinlich, dass sich noch jemand habe retten können und verletzt in der Umgebung liege. Um die Unfallstelle herum gebe es Wildschutzzäune, über die vermutlich niemand geklettert sei.

Insgesamt befanden sich 46 ältere Fahrgäste und zwei Fahrer in dem Bus, laut Polizei handelte es sich um eine Reisegruppe aus Sachsen. Mehrere Verletzte schwebten in Lebensgefahr, einige seien mit Rettungshubschraubern in Kliniken gebracht worden.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler war der Reisebus in Richtung Nürnberg unterwegs. Auf Höhe von Münchberg im Landkreis Hof sei er um kurz nach 7 Uhr bei stockendem Verkehr auf einen langsam fahrenden Sattelzug aufgefahren. Was genau das Ziel des Reisebusses war, steht bislang nicht fest.

Die A9 sei komplett gesperrt worden, sagte ein Polizeisprecher. Etwa 200 Einsatzkräfte der Rettungsdienste, Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks und der Polizei waren vor Ort, im Einsatz waren auch mehrere Rettungshubschrauber. Das Polizeipräsidium Oberfranken rief die Bevölkerung dazu auf, die Unfallstelle weiträumig zu umfahren. Die Polizei hat außerdem ein Service-Telefon eingerichtet. Unter der Nummer 0800/7766350 können sich Angehörige informieren.

mxw/aev/dpa/AFP



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