Münzen im Millionenwert: Der Garagen-Schatz

Walter Samaszko war ein Einzelgänger. Keiner kannte ihn, und selbst sein Tod blieb wochenlang unbemerkt. Dann kam der Räumtrupp zur Haushaltsauflösung - und stieß in der Garage auf ein Vermögen.

Walter Samaszkos Haus in Carson City: Überraschung für die Erbin Zur Großansicht
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Walter Samaszkos Haus in Carson City: Überraschung für die Erbin

Carson City - Münzen. Überall Münzen. Als der Räumtrupp zu einer Haushaltsauflösung nach Carson City kam, fanden die Arbeiter in einer Garage Tausende Goldtaler. "Jede Münze, die sie sich nur vorstellen können", sagte Nachlassverwalter Alan Glover. Er musste sich von einem Nachbarn eine Schubkarre leihen, um den Schatz zu bergen.

Die Stadtverwaltung von Carson City im US-Bundesstaat Nevada suchte in Akten und Unterlagen nach einem Erben. Eine Todesanzeige für Samaszkos Vater Anfang der sechziger Jahre in Chicago brachte sie schließlich auf die Spur der Aushilfslehrerin Arlene Magdanz aus dem Raum San Francisco. Die Frau ist, so stellte ein Richter amtlich fest, die einzige noch lebende Cousine des Verstorbenen und damit Erbin seines Vermögens.

Als ein Anwalt ihr eröffnete, dass der Nachlass ihres Vetters Millionen wert ist, war sie den städtischen Angestellten zufolge ebenso überrascht wie die Nachbarn des 69-Jährigen. Niemand in der ruhigen Straße schien ihn zu kennen, obwohl er schon seit den sechziger Jahren dort wohnte. Seine Mutter lebte bis zu ihrem Tod 1992 bei ihm. "Ich glaube nicht, dass ich ihn in dem einen Jahr, das ich hier draußen war, je gesehen habe", sagte der Briefträger. Die Nachbarin zwei Türen weiter sagt, sie kenne ihn auch nicht. Samaszkos Leichnam wurde im Juni entdeckt. Da war er laut Gerichtsmediziner schon mindestens einen Monat tot, gestorben an Herzproblemen.

Wie er seinen Lebensunterhalt verdiente und woher er das Geld für das Gold hatte, wissen die Leute von der Stadt nicht. Die Münzen - österreichische, mexikanische, britische und US-amerikanische, teils von 1880 und 1890 - waren zum Teil in Folie, in Plastikkästchen oder in Beuteln verpackt und in Munitionskisten aufgestapelt. Sorgfältig aufbewahrte Kaufbelege reichen bis 1964 zurück. Nachlassverwalter Glover vermutet, dass vor allem Samaszkos Mutter die Münzen über die Jahre hinweg erworben hat.

Sie seien "nichts Besonderes", aber eben sehr viele. "Er war kein Münzsammler", sagte Glover. "Er war Goldanleger." Daneben hinterließ Samaszko noch ein Bankkonto mit umgerechnet weniger als tausend Euro und Geldanlagen im Wert von 125.000 Euro. Seine sonstige Habe war überschaubar: Ein Fahrrad ging für umgerechnet 1,50 Euro weg, eine Säge für acht, ein Ford Mustang Baujahr 1968 soll bei einer kommenden Auktion 13.000 Euro bringen.

Die Erbin ist erst einmal abgetaucht. Die frischgebackene Millionärin habe sich vor der Flut von Medienanfragen an einen geheimen Ort geflüchtet, sagte Glover: "Sie wurde dermaßen genervt und belästigt."

aar/dapd

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