Mumbai Hamburger Frachter versenkt indische Fregatte

Ein Frachter einer deutschen Reederei hat ein indisches Kriegsschiff gerammt: Die getroffene Fregatte fing Feuer und ging unter. Für die Marine des asiatischen Landes ist es der größte Verlust in Friedenszeiten.

Schiffskollision: Rauchwolken im Hafen der indischen Stadt Mumbai
AFP

Schiffskollision: Rauchwolken im Hafen der indischen Stadt Mumbai


Hamburg/Kalkutta - Kollision im Hafen von Mumbai: Ein Hamburger Frachter einer deutschen Reederei hat ein indisches Kriegsschiff versenkt. Bei einem Ausweichmanöver rammte die MS "Nordlake" der Reederei Klaus E. Oldendorff die wesentlich kleinere Fregatte "Vindhyagiri" der indischen Marine. Die getroffene "Vindhyagiri" ging daraufhin in Flammen auf - und unter. Der Geschäftsführer der Reederei, Peter Rybarczyk, bestätigte am Mittwoch den Vorfall, der sich bereits am Sonntag ereignet hatte.

Nach Angaben der in Kalkutta erscheinenden indischen Zeitung "The Telegraph" war der unter zyprischer Flagge laufende 23.000-Tonnen-Frachter in engem Fahrwasser mit dem indischen Kriegsschiff kollidiert. Die indische Marine spricht laut Bericht vom größten Verlust in Friedenszeiten. Im Jahr 2006 sei vor der Küste von Goa ein Raketenschnellboot nach einer Kollision mit einem Frachter gesunken.

Laut "Hindustan Times" ereignete sich der Unfall am Sonntag gegen 16.45 Uhr. Am Tag nach dem Unglück hätten nur noch die Masten der "Vindhyagiri" aus dem Wasser geragt. Der Rest des Schiffs sei versunken und liege mit dem Kiel auf dem Grund des Hafens von Mumbai.

"Wir sind froh, dass es nach bisherigen Erkenntnissen weder einen Umweltschaden noch Verletzte oder gar Tote gegeben hat", sagte Rybarczyk. Die "Nordlake" hat laut der Klassifizierungsgesellschaft Germanischer Lloyd keine Schäden davongetragen, die ihre Seetüchtigkeit beeinträchtigten.

"Vergleichbar mit einem Truck, der auf einen Kleinwagen trifft"

Dem Reeder zufolge fährt auf dem Frachter eine internationale Crew, deutsche Seeleute seien nicht an Bord. Weitere Angaben wollte Rybarczyk nicht machen. Es müsse erst abgewartet werden, was die nun angelaufenen Untersuchungen zu Ursache und Hergang der Havarie seitens der indischen Behörden, der Marine und der Versicherer ergeben.

Den indischen Zeitungen zufolge hatte das Kriegsschiff keine Chance. "Der Aufprall eines Frachtschiffs, das siebeneinhalbmal so groß ist wie das Kriegsschiff und das mit zehn Knoten läuft, ist vergleichbar mit einem Truck, der auf einen Kleinwagen trifft", zitierte der "Telegraph" einen indischen Marineoffizier.

Dem Bericht zufolge wich die seewärts fahrende, 180 Meer lange "Nordlake" im engen Fahrwasser einem entgegenkommenden Schiff aus und rammte kurz darauf das indische Kriegsschiff. An Bord der Fregatte brach im Maschinenraum ein Feuer aus. Erst nach Stunden war der Brand gelöscht.

Nach Angaben von NDR 90,3 hatte die Besatzung der "Vindhyagiri" zum Zeitpunkt des Unglücks gerade zu einem Familientag geladen, an dem Dutzende Familienangehörige mit Kindern an Bord gewesen seien. Crew und Gäste konnten aber gerettet werden. Laut dem Radiosender sollte die gesunkene "Vindhyagiri" im kommenden Jahr ohnehin außer Dienst gestellt werden.

wit/dapd/dpa

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insgesamt 76 Beiträge
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Seite 1
Zyklotron, 02.02.2011
1. blubb
Das könnte man dann wohl als kalte Außerdienststellung, in Paralelle zum warmen Abriss, nennen.
sigmaplus 02.02.2011
2. Hahaah
Peinlicher gehts ja wohl kaum noch !
Sponator 02.02.2011
3. Vorschlag
Schickt ihnen doch die Gorch Fock als Ersatz.
derlabbecker 02.02.2011
4. das Schiff wäre aber...
... im Kriegsfall keine grosse Hilfe gewesen, wenn schon ein Frachter die Kiste versenkt. Was wäre denn im Kriegseinsatz gewesen, da hätte dem Feind wohl eine 9mm Pistole zur Versenkung gereicht, was? Und mit einem richtigen Geschoss wie z.B. einer Mörsergranate wäre das Ding bestimmt atomisiert worden. Wenn Indien da nix besseres zumschippern hat lacht sich Pakistan kaputt...
Shivon 02.02.2011
5. lol
tjo deutsche wertarbeit^^? Schon ein trauiger und leider auch ein lustiger Vorfall
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