Indiens Metropole Mumbai Mehrere Tote durch heftigsten Monsun seit Jahren

Mumbai wird derzeit von schwerem Monsunregen heimgesucht. Mindestens sechs Menschen starben. Autofahrer stranden, Pendler kämpfen sich zu Fuß durch hüfthohes Wasser.

AFP

Unaufhörliche Niederschläge, unterspülte Straßen und Überschwemmungen: In Mumbai steht das öffentliche Leben still, seit die indische Finanzmetropole vom stärksten Monsun seit Jahren heimgesucht wird.

In den vergangenen Wochen kamen in Indien, Nepal und Bangladesch durch das extreme Wetter weit mehr als tausend Menschen zu Tode. Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Allein im ostindischen Bundesstaat Bihar kamen laut "Straits Times" mehr als 500 Menschen ums Leben. Die indische Katastrophenschutzbehörde will Bewohner besonders tief gelegener Gebiete möglichst schnell aus der Gefahrenzone bringen - der heftige Regen behindert aber die Evakuierungsmaßnahmen.

In Mumbai kamen bereits sechs Menschen durch die Fluten ums Leben. In Vororten stürzten zwei Häuser ein, wie ein Polizeisprecher sagte. Dabei seien zwei Kleinkinder und ein 40-Jähriger ums Leben gekommen.

Dem "Guardian" zufolge ist das Nahverkehrssystem, das täglich Millionen von Menschen transportiert, zum Erliegen gekommen. Gestrandete Pendler machten sich zu Fuß auf und wateten durch die teilweise hüfthohen Fluten auf den Bahngleisen. Autofahrer ließen ihre Pkw stehen, Kinder wurden von den Schulen nach Hause geschickt. Flüge mussten umgeleitet werden, es kam zu langen Verspätungen. In zahlreichen Unternehmen aber auch in Tempeln wurden Notquartiere geschaffen.

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Indien: Monsun in der Millionenmetropole

An einem einzigen Tag gingen über der Stadt mit 20 Millionen Menschen fast so große Regenmengen nieder wie sonst im gesamten Monat. Am Dienstag wurden 127 Millimeter gemessen. Meteorologen erwarten weitere schwere Niederschläge in den kommenden 24 Stunden.

Unter anderem wurde auch das King Edward Memorial Hospital im Zentrum von Mumbai überflutet und musste geschlossen werden. "Wir haben Angst vor Infektionen, das Wasser bringt viel Müll mit sich", sagte ein behandelnder Arzt der 1800-Betten-Klinik.

In der Stadt sind unter anderem die zwei größten Börsen des Landes beheimatet. 2005 wurden bei Überschwemmungen mehr als 500 Menschen getötet, die meisten von ihnen in den Elendsquartieren. Dort lebt die Hälfte der Einwohner des früheren Bombay.

ala/dpa/AP/Reuters

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