Bluttat in Österreich: Mutmaßlicher Wilderer hortete mehr als hundert Waffen

Waffen des mutmaßlichen Wilderers Alois H.: Dramatischer Polizeieinsatz in Österreich Zur Großansicht
DPA/Landespolizeidirektion Niederösterreich

Waffen des mutmaßlichen Wilderers Alois H.: Dramatischer Polizeieinsatz in Österreich

Um seiner Festnahme zu entgehen, erschoss ein mutmaßlicher Wilderer in Österreich vier Menschen. In seinem geheimen Kellerraum entdeckte die Polizei Dutzende Waffen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter Suizid beging. Seine Familie hat den Leichnam inzwischen identifiziert.

Melk/Wien - Der mutmaßliche Wilderer Alois H. hat sich laut Polizei nach seinen tödlichen Schüssen auf drei Polizisten und einen Rettungssanitäter in Österreich selbst das Leben genommen. Die Ermittler gehen von Suizid aus, wie Michaela Schnell von der Staatsanwaltschaft St. Pölten bestätigte. Zuvor habe H. den Geheimkeller, in dem er sich verschanzt hatte, vermutlich in Brand gesetzt.

Bei der Erstürmung seines Bauernhauses im niederösterreichischen Bezirk Melk hatten Einsatzkräfte die brennende Leiche gefunden. Die Familie habe den 55-Jährigen bereits identifiziert. Letzte Sicherheit soll eine DNA-Analyse bringen, deren Ergebnis in den nächsten Tagen erwartet wird.

Die Polizei geht davon aus, dass H. ein Wilderer war, der seit Jahren gesucht wurde. Im Geheimkeller seines Hauses soll er Waffen im "dreistelligen Bereich" gehortet haben, sagte Einsatzleiter Walter Weninger von der Spezialeinheit Cobra.

In dem Kellerraum fanden die Beamten neben der Leiche hinter einer Geheimtür auch Hinweise auf weitere Straftaten, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Ermittler entdeckten Langwaffen und mehrere gestohlene Kennzeichen. Diese Straftaten sollen aber "nicht mit Leib und Leben" zu tun haben, sagte der Sprecher. Worum es sich genau handle, müsse nun geklärt werden.

Laut Polizei liefen allerdings bereits Ermittlungen, weil H. 2011 versucht haben soll, einen Jäger zu töten. Der Jäger soll den 55-Jährigen beim Wildern erwischt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft St. Pölten handelte es sich in dem Fall um eine Messerattacke.

Alois H. hatte laut Polizei in der Nacht zu Dienstag drei Polizisten und den Fahrer eines Rettungswagens erschossen, um seiner Festnahme zu entgehen. Laut Innenministerium starben bisher in Österreich bei keinem Einsatz so viele Beamte. Die Sicherheitskräfte hatten in einem Wald bei Annaberg eine Straßensperre errichtet, um einen seit Jahren gesuchten Wilderer zu stellen. Alois H. durchbrach die Sperre und eröffnete das Feuer.

Nach seiner Flucht verschanzte sich der schwer bewaffnete Täter auf dem Bauernhof. Die Polizei belagerte ihn mit Hunderten Einsatzkräften, das Militär half mit Panzern. Am späten Dienstagnachmittag sei ein Schuss zu hören gewesen, berichtete die Polizei. Direkten Kontakt mit dem 55-Jährigen habe es nie gegeben. Am Abend begannen die Beamten mit der Erstürmung und Durchsuchung des Anwesens, was Stunden dauerte. Dann fanden die Polizisten den Kellerraum und die Leiche von Alois H.

hut/dpa

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