Nach Drohungen Bordell streicht muslimische Staaten aus Werbung

Für die Betreiber eines rheinischen Freudenhauses wurde eine Werbeaktion zum Bumerang. Auf einem riesigen Plakat haben sie die Flaggen der WM-Teilnehmer neben einer leicht bekleideten Blondine präsentiert. Kurze Zeit später tauchten vermummte und bewaffnete Gestalten in dem Etablissement auf.


Berlin - Nach unmissverständlichen Drohungen der ungebetenen Gäste hat das Bordell die Fahnen der Weltmeisterschafts-Teilnehmer Saudi-Arabien und Iran auf dem Plakat geschwärzt.

Bordell-Werbung: Flaggen muslimischer Staaten geschwärzt
DDP

Bordell-Werbung: Flaggen muslimischer Staaten geschwärzt

"Einige Leute waren hier und haben verlangt, dass wir die Flaggen entfernen", sagte ein Bordell-Mitarbeiter. Sie hätten sich zunächst ruhig verhalten und dann Drohungen ausgestoßen. Später seien vermummte und bewaffnete Personen aufgetaucht, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Das Freudenhaus hatte auf einem 8 mal 24 Meter großen Transparent mit einer leicht bekleideten Blondine und dem der WM-Werbung entlehnten Spruch "Die Welt zu Gast bei Freundinnen" geworben. Darunter waren die Flaggen der 32 teilnehmenden Länder abgebildet.

Um weiteren Ärger zu vermeiden, habe sich die Geschäftsleitung entschieden, die Flaggen der beiden streng islamischen Länder zu übermalen. Eine Sprecherin der Kölner Polizei äußerte die Vermutung, bei den Protestierern habe es sich um Moslems gehandelt, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt gefühlt hätten.

jto/reuters



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