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Nach Erdbeben in Chile: Hunderttausende rutschten in die Armut ab

Zehntausende Menschen verloren ihre Häuser, die Zahl der Arbeitslosen stieg: Nach dem schweren Erdbeben in Chile vor knapp einem Jahr sind rund eine halbe Million Menschen in die Armut abgerutscht. Rund jeder Fünfte ist betroffen.

In den Trümmern von Talcahuano, März 2010: 19,4 Prozent der Chilenen leben in Armut Zur Großansicht
dpa

In den Trümmern von Talcahuano, März 2010: 19,4 Prozent der Chilenen leben in Armut

Santiago de Chile - Der Anteil der Bevölkerung, die in Chile unterhalb der Armutsgrenze lebt, ist auf 19,4 Prozent gestiegen. Dies teilte die Regierung in einem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht mit. Durch das schwere Erdbeben vor knapp einem Jahr seien rund eine halbe Million Menschen in die Armut abgerutscht.

Der Bericht, in dem die Regierung die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Bebens untersuchte, schätzt die Verluste der Wirtschaft wegen der Katastrophe auf umgerechnet 22 Milliarden Euro. Rund 17 Prozent der Menschen in den am meisten betroffenen Gebieten hätten ihr Dach über dem Kopf verloren. Die Zahl der Arbeitslosen sei von 620.000 auf 700.000 gestiegen.

Das Erdbeben der Stärke 8,8 hatte am 27. Februar das Zentrum und den Süden Chiles erschüttert, mehr als 500 Menschen kamen ums Leben. In Chile leben gut 16 Millionen Menschen.

siu/AFP

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Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .

Die schwersten Erdbeben
Die stärksten Beben seit 1900
1960 Chile, Valdivia , Stärke 9,5
1964 Großes Alaska-Beben , Stärke 9,2
2004 Seebeben vor Sumatra , Stärke 9,1
1952 Kamtschatka, Stärke 9,0
2010 vor Maule, Chile , Stärke 8,8
1906 vor Ecuador, Stärke 8,8
Todesopfer bei Beben
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Opfer
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , nach offizieller Schätzung 222.570 Tote
1920 China, Haiyuan , 200.000 Tote
1923 Japan, Kanto, 142.800 Tote
1948 Turkmenistan, Ashgabat, 110.000 Tote
Historische Beben
1556 China, Shaanxi , 830.000 Tote
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Tote
1138 Syrien, Aleppo, 230.000 Tote
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , Stärke 7,0, 222.570 Tote
856 Iran, Damghan, 200.000 Tote

Quelle: U.S. Geological Survey

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