Rassismus-Vorwürfe Kosmetikfirma entschuldigt sich für Werbung

Dunkle Haut kann weiß werden, dank eines Duschgels - diesen Eindruck vermittle eine Kosmetik-Werbung, monierten Kritiker - und warfen dem Hersteller Rassismus vor. Die Firma reagierte.

Screenshot Dove/ Werbung

Screenshot Dove/ Werbung


Die Kosmetikfirma Dove hat sich nach heftigen Rassismus-Vorwürfen für ein Werbevideo auf Facebook entschuldigt. Die Werbung sei unbedacht und zeige Frauen mit dunkler Haut nicht in angemessener Weise, hieß es in einem Statement. Dove entfernte den Clip aus dem Netz.

In dem rund drei Sekunden langen Video war zu sehen, wie eine schwarze Frau ihr braunes T-Shirt auszieht. Darunter - so der Eindruck der Betrachter - kommt dann eine weiße Frau mit hellem T-Shirt zum Vorschein. Auch diese Frau zieht ihr T-Shirt aus, worunter wiederum eine Frau mit dunklerer Haut in dunklerem T-Shirt zum Vorschein kommt.

In sozialen Netzwerken monierten diverse Kritiker, der Spot sei rassistisch. Sie fanden, es entstehe der Eindruck, dass sich Schwarze mit einem Duschgel quasi "weiß" waschen sollten. Eine entsprechende Diskriminierung, wonach dunkle Haut als schmutzig gilt, habe in der angloamerikanischen Werbung eine lange Tradition, schreibt auch die New York Times und verweist auf eine Reklame von vor rund hundert Jahren: "Warum wäscht dich deine Mami nicht mit Fairy Seife?", sagt darin ein weißes zu einem schwarzen Kind.

Umso empörter reagierten Kritiker auf die aktuelle Dove-Werbung: "Ein sauberer Körper ist nicht ein weißer Körper, und schwarze Körper sind nicht automatisch dreckig", schrieb etwa Abigail Sewell, Soziologieprofessorin an der Emory-Universität in Atlanta, bei Facebook. "Das Marketing-Team von Dove ist absolut rassistisch", meinte sie und kündigte an, die Produkte der Firma künftig zu boykottieren.

Dove dagegen versuchte eifrig, die Sache als schiefgegangene PR-Maßnahme zu verkaufen. "Die Werbung sollte zeigen, dass das Duschzeug von Dove für jede Frau gedacht ist, es sollte ein Fest der Vielfalt sein, aber wir haben es falsch gemacht und im Ergebnis viele Menschen beleidigt", sagte Marissa Solan, eine Sprecherin von Dove, der Zeitung.

In einem offiziellen Statement hieß es: "Die Werbung zeigt nicht die Vielfalt echter Schönheit, an die Dove zutiefst glaubt. Wir entschuldigen uns sehr ernsthaft dafür und für den Ärger, den sie verursacht hat."

Solan sagte, man werde intern Prozesse evaluieren, wonach Werbe-Inhalte entworfen und geprüft werden. Wie viele Menschen aus dem Unternehmen den Werbespot vorab für gut befunden hatten, und wie viele Afroamerikaner daran beteiligt waren, wollte sie nicht preisgeben. Dove gehört dem britisch-niederländischen Konzern Unilever.

Es ist nicht das erste Mal, dass Dove wegen rassistischer oder zumindest unsensibler Werbung kritisiert wird. 2011 zeigte die Firma einen Spot, in dem eine Frau mit dunkler Haut und eine mit heller Haut vor zwei Schildern mit "vorher" und "nachher" stehen.

fok/AP



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