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Ruderin Nadja Drygalla: "Es ist meine Entscheidung, zu ihm zu stehen"

Nadja Drygalla hat in einem Interview erklärt, sie halte weiter zu ihrem Freund, dem ehemaligen NPD-Mitglied Michael Fischer. Er habe ihr versprochen, aus der rechten Szene auszusteigen, sagte die Ruderin dem "Stern".

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DPA

Ruderin Drygalla: "Wir haben besprochen, dass er aussteigt"

Hamburg - Über kein Thema wurde während und auch nach den olympischen Spielen so heftig debattiert, wie über die Abreise der Ruderin Nadja Drygalla und ihre Beziehung mit dem ehemaligen NPD-Mann Michael Fischer. Nun äußerte sich Drygalla gegenüber dem "Stern" ausführlich zu ihrem Freund.

"Ich habe ihm oft gesagt, dass ich seine politischen Vorstellungen ablehne", sagte sie dem Magazin. Es habe viel Streit gegeben deswegen. "Aber ich zeige nicht mit dem Finger auf ihn und sage: Das ist alles deine Schuld." Sie habe immer und immer wieder mit Fischer gesprochen und gesagt, "dass ich seine Aktivitäten nicht dulde".

Zu Beginn ihrer Beziehung sei Politik für Fischer kein Thema gewesen. Als der sportliche Erfolg ausblieb, sei das "langsam losgegangen mit seinen politischen Ideen". Als er in die NPD eintrat, "hatten wir keine glückliche Beziehung mehr", so Drygalla.

Trotzdem werde sie mit Fischer zusammen bleiben. "Es ist meine Entscheidung, zu ihm zu stehen", so Drygalla. "Wir haben besprochen, dass er aussteigt. Und das ist für mich ein Versprechen."

Fischer war im Vorjahr in Rostock als Direktkandidat der rechtsextremen NPD zur Landtagswahl angetreten. Die Athletin war aus dem olympischen Dorf abgereist, nachdem eine linke Gruppe das Medieninteresse an Drygallas Beziehung zu Fischer geweckt hatte. Danach war zudem bekannt geworden, dass die Rostocker Staatsanwaltschaft gegen Fischer wegen Landfriedensbruch ermittelt. Geprüft wird, ob Fischer Teil einer Gruppe war, die bei einer Gedenkveranstaltung für ein Opfer der NSU Polizisten angegriffen hat.

Drygalla sagte dem "Stern", sie habe nicht gewusst, dass Fischer dabei gewesen sein soll. Sie hofft nun auf eine Aufnahme in das Sportförderprogramm der Bundeswehr. Bis zum September 2011 war sie Mitglied der Sportfördergruppe der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern. Dann wurde ihre Beziehung mit Fischer im Innenministerium bekannt, Drygalla schied aus dem Polizeidienst aus, auf eigenen Wunsch, wie es offiziell heißt.

Dem "Stern" sagte sie zu ihrem Ausscheiden: "Ich hatte das Gefühl, dass man mich loswerden wollte."

bim

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Nadja Drygalla - Biografie
Nadja Drygalla wurde am 31. März 1989 in Rostock geboren und lebt auch heute in der Hansestadt. Drygalla ist Mitglied im Olympischen Ruderclub Rostock von 1956. Sie rudert seit ihrer Kindheit.
Ausbildung
Sie erlangte die mittlere Reife und absolvierte in einem Hotel erfolgreich eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau.

2008 begann sie eine weitere Ausbildung zur Polizistin. Sie gehörte der Sportfördergruppe der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern an und konnte weiterhin im Olympischen Ruderclub Rostock trainieren.
Polizeidienst
Ende September 2011 beendete sie vorzeitig und auf eigenen Wunsch ihren Vorbereitungsdienst an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow. Sie ist damit keine Polizistin mehr.
Sportliche Erfolge
Bei den Weltmeisterschaften der unter 19-Jährigen holte Drygalla im Jahr 2006 eine Bronzemedaille und im Jahr 2007 eine Silbermedaille.

Bei den deutschen Meisterschaften 2011 kam sie im Vierer ohne und im Achter auf den ersten Platz.

Drygalla gehörte in diesem Jahr zum deutschen Team für Olympia. Damit erfüllte sich ein großer Wunsch der Ruderin. Vor rund vier Jahren sagte sie in einem Interview: "Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London 2012 wäre wahrlich ein Traum."
Nazi-Verdacht
Am 2. August 2012 reiste Drygalla vorzeitig aus dem Olympischen Dorf ab. Grund sind Gerüchte, dass sie mit Michael Fischer liiert sein soll - der 24-Jährige wird der rechtsextremen Szene zugeordnet, bei der Landtagswahl 2011 war er im Wahlkreis Rostock IV Direktkandidat der NPD. Nach Angaben der Partei ist Fischer im Mai 2012 ausgetreten.

dapd (Quellen: Weltruderverband, Rüsselsheimer Ruder-Klub 08, Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern, Polizei-Journal der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern)

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