Jagd auf Nashörner Ein Traum für 350.000 Dollar

Corey Knowlton ist ein leidenschaftlicher Jäger. Vor anderthalb Jahren erwarb er die Lizenz, ein bedrohtes Nashorn zu töten. Jetzt hat er das Vorhaben umgesetzt - trotz scharfer Kritik.

Nashorn-Jäger: Corey Knowlton ging auf Jagd in Namibia
AP/ WFAA.com

Nashorn-Jäger: Corey Knowlton ging auf Jagd in Namibia


Es war eine ungewöhnliche Auktion: Im Januar 2014 ersteigerte Corey Knowlton für 350.000 Dollar die Erlaubnis der Regierung in Namibia, ein Spitzmaulnashorn zu schießen. Was folgte, war Empörung. Tierschützer zürnten - die Tierart sei schwer bedroht. Mancher Anonymus wollte dem passionierten Jäger aus Texas gar ans Leben. "Sie wollen mich töten. Sie wollen meine Kinder töten", klagte Knowlton damals.

Doch die Anfeindungen hielten Knowlton nicht von seinem Vorhaben ab. Knapp anderthalb Jahre plante er die Jagdtour, jetzt hat er in der Wüste Namibias ein Nashorn erlegt. Dabei sein durfte ein Team des TV-Senders CNN. Alle Welt solle mitbekommen, dass er kein blutrünstiger Jäger sei, erklärte Knowlton. Er wolle Namibia vielmehr helfen, die Tiere zu schützen. Sein Geld werde für den Kampf gegen die Wilderei verwendet. Außerdem töte er einen alten Bullen, der nicht mehr fortpflanzungsfähig sei und Jungtiere bedrohe.

Ein Jäger feiert sich selbst

Nach Daten von Tierschützern leben insgesamt nur noch 5000 Spitzmaulnashörner auf der Welt, davon 2000 in Namibia. Azzedine Downes, Chef der Tierschutzorganisation IFAW, sagte dazu, die Jagd als Mittel der Arterhaltung sei eine Bankrotterklärung. "Es gibt eine Menge anderer Dinge, die wir tun können, um diese Tiere zu schützen."

Knowles begann seine Safari mit mehreren einheimischen Begleitern. Den Nashornbullen fand und tötete er am vierten Tag der Tour - mit mehreren Schüssen aus seinem "Nitro 500 Express"-Jagdgewehr. Am Ende feierte der Jäger seinen Erfolg. "Ich glaube nicht, dass ich dem Nashorn mehr Aufmerksamkeit hätte verschaffen können."

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
schlaumeier321 20.05.2015
1. Kaliber
Von dem Kaliber habe ich noch nie gehört. Der Autor meint sicher .500 Nitro Express...
gersco 20.05.2015
2. Bin mir nicht sicher was hier an der Geschichte perverser
ist: dass sich so ein Schwachkopf seinen so genannten Traum erfüllt bzw. was er dafür hält oder dass man überhaupt so eine Lizenz kaufen kann. Das ist doch krank!
tegele 20.05.2015
3. Sein Geld werde für den Kampf gegen die Wilderei verwendet
was für ne kranke Logik , schade das solche Menschen nicht von Nashörnern auf die Nase genommen werden mit samt der korrupten Regierung , von Namibia
Bettina007 20.05.2015
4. Aufmerksamkeit
Die Art von Aufmerksamkeit hätte das Nashorn sicherlich nicht gewollt. Schade um das Tier.
galbraith-leser 20.05.2015
5. Töten, um die Art zu schützen?
Das klingt für mich so zynisch wie der Spruch des von Peter Arnett zitierten US-Majors, der während der Tet-Offensive in Vietnam sagte: Wir mussten das Dorf Ben Tre zerstören, um es zu retten.
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