Nanga Parbat In Not geratenen Bergsteigern geht es gut

Erleichterung beim Rettungsteam am Nanga Parbat: Die beiden in Not geratenen Bergsteiger sind offenbar wohlauf. Per Satellitentelefon teilten die Männer mit, dass sie schon morgen mit dem Abstieg aus 7000 Metern beginnen wollen.


Rom - Den am Nanga Parbat im Himalaja in Not geratenen beiden Bergsteigern geht es gut. Das sagten der Südtiroler Simon Kehrer und Walter Nones aus Trient am Sonntag dem Rettungsteam über das Satellitentelefon, das am Vortag bei ihnen abgeworfen worden war.

"Wir sind am oberen Punkt des Buhl-Weges und beginnen morgen früh den Abstieg", erklärten die Bergsteiger, wie italienische Medien berichteten. "Es geht uns gut, und wir haben die Skier dabei", teilten sie noch mit. Kehrer und Nones waren bei der Besteigung des Nanga Parbat von schlechtem Wetter überrascht worden, als sie den 8125 Meter hohen Berg über die noch nicht bestiegene Rakhiot-Wand erklimmen wollten.

Am Samstag hatten das Rettungsteam an Bord eines Helikopters Blickkontakt mit den beiden Bergsteigern aufgenommen. Simon Kehrer und Walter Nones winkten dem Hubschrauber zu.

Auf 7000 Metern sitzen Simon Kehrer und Walter Nones fest. Gemeinsam mit einem dritten Bergsteiger, Karl Unterkircher, waren sie bei der Besteigung des Nanga Parbat von schlechtem Wetter überrascht worden. Regen hatte Geröll auf ihren Pfad geschwemmt und so den Rückweg zum Basis-Camp blockiert. Die Gruppe wollte eine neue Route auf den 8125 Meter hohen Gipfel eröffnen.

Am Mittwochmorgen, auf dem Weg nach oben, passierte das Unglück. In etwa 6400 Metern Höhe stürzte Karl Unterkircher. Er fiel in eine Gletscherspalte tief im Berg. Kehrer und Nones versuchten, ihren Kameraden aus dem Schnee zu befreien. Bald wurde ihnen klar: Er ist verloren, unerreichbar, vielleicht schon tot.

Der Berg, der den 37-Jährigen so sehr faszinierte, dass er offenbar auch den Tod bei der Besteigung in Kauf nehmen wollte, hat ihm vermutlich das Leben geraubt - das glauben auch Experten. Unterkircher hinterlässt seine Frau und drei Kinder. Kehrer und Nones mussten sich abwenden: von der Spalte, vom Unglück, vom Tod. Sie machten sich auf, ihr eigenes Leben zu retten.

Kehrer und Nones konnten aus eigener Kraft ihr Basislager in 4000 Metern Höhe nicht mehr erreichen. Am Freitag sichteten sie die ersten Hubschrauber, die sie befreien sollten. Doch das Wetter war zu schlecht, zu gefährlich war der Flug für die Piloten. Obwohl sie die zwei Bergsteiger sahen, drehten sie ab.

pad/dpa

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