Nationalpark in Thailand Acht Menschen ertrinken in Höhle

Tödliches Ende einer Trekking-Tour für sechs Thailand-Touristen aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien: Die Gruppe wurde in einer Höhle von einer Flutwelle überrascht und konnte nicht mehr entkommen. Gemeinsam mit zwei einheimischen Reiseführern kamen sie ums Leben.


Bangkok - Bei der Überflutung einer Höhle im thailändischen Nationalpark Kao Sok sind acht Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen ein zehnjähriger Junge aus Deutschland. Bei den anderen Opfern handelte es sich um einen Engländer sowie drei Frauen und einen Mann aus der Schweiz und ihre beiden einheimischen Führer, wie die thailändischen Behörden am Sonntag mitteilten.

Verunglückt in einer Höhle: Rettungskräfte bergen im Nationalpark Kao Sok eine Leiche
AFP

Verunglückt in einer Höhle: Rettungskräfte bergen im Nationalpark Kao Sok eine Leiche

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, bei dem Unglück sei "ein deutsches Kind" gestorben. Der Zehnjährige aus Zwickau war mit seiner Mutter in dem Nationalpark. Er habe unbedingt an dem Ausflug teilnehmen wollen, hieß es. Seine Mutter habe schließlich eingewilligt, weil die Schweizer Familie versprach, auf den Jungen aufzupassen. "Sie dachte, dass sei ungefährlich, weil genügend Erwachsene an Bord waren", sagte ein Polizeisprecher. Einzige Überlebende war den Angaben aus Thailand zufolge eine 17-jährige Engländerin.

Die neunköpfige Gruppe hatte die Höhle Nam Talu am Samstag während einer Trekking-Tour besucht. Den Angaben zufolge schwoll ein Wasserlauf in der Höhle durch heftige Regenfälle schnell an und überschwemmte sie. Die überlebende Britin rettete sich nach Angaben der Behörden, indem sie bis zur Höhlendecke hinaufkletterte. Sie wurde am Sonntag geborgen. Sie sei zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht worden, es gehe ihr aber gut. Die Leichen der Ertrunkenen wurden in der Nacht aus den Fluten geborgen.

Der Kao-Sok-Nationalpark rund 650 Kilometer südlich von Bangkok ist mit seinem großen See, dichtem Regenwald und zahlreichen Höhlen ein begehrtes Ziel für Trekking-Touristen. Im vergangenen Jahr besuchten ihn mehr als 20.000 Menschen. Wegen ihrer bizarren Kalksteinformationen von Stalaktiten und Stalagmiten sind besonders die Höhlen beliebt.

Als die Wandergruppe am Samstag in der neben einem Wasserfall gelegenen Höhle war, setzte heftiger Regen ein, so dass schließlich eine Flutwelle in die Höhle drückte. "Die Touristen bekamen nicht mit, was außerhalb geschah", sagte Polizeichef Pichan Kanayasiri. "Sie waren in der Höhle gefangen."

In derselben Höhle war nach seinen Angaben schon einmal ein belgischer Tourist ums Leben gekommen. Der Provinzgouverneur Winai Phopradit sagte, er habe die Schließung des Nationalparks für die Dauer der Regenzeit angeordnet. "Wir haben Hinweisschilder sowohl auf Englisch als auch auf Thai, die Touristen davor warnen, in der Regenzeit die Höhle zu betreten."

hda/AFP/AP



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