Streit um Besuchsrecht: Adolf Hitlers Vater will seinen Sohn sehen

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Vater Campbell, Sohn Adolf Hitler (Archivfoto 2008): "Wie kann ein Name Anstoß erregen?"

Die Kinder heißen Adolf Hitler, JoyceLynn Aryan Nation, Honzlynn Jeannie und Heinrich Hons: Heath Campbell, Nazi-Verehrer aus den USA, hat das Sorgerecht verloren. Nun will er zumindest seinen jüngsten Sohn besuchen dürfen. Vor Gericht trug der 40-Jährige ein provozierendes Outfit.

Flemington - Heath Campbell will seinen kleinen Sohn sehen. Die Behörden haben dem Vater aus New Jersey das Sorgerecht entzogen. Es habe genügend Indizien für Misshandlung und Vernachlässigung gegeben, heißt es. Campbell dagegen behauptet, er dürfe den Zweijährigen und seine drei weiteren Kinder nur wegen ihrer Namen nicht mehr sehen.

Heath Campbell, 40, aus New Jersey, hat seinen Kindern die Vornamen Adolf Hitler, JoyceLynn Aryan Nation, Honzlynn Jeannie und Heinrich Hons gegeben. Heath Campbell hat ein Hakenkreuz-Tattoo am Hals, trägt derzeit ein Hitler-Bärtchen, in seinem Haus sammelt er Nazi-Memorabilia.

Nun ist er im Streit um das Besuchsrecht in einer Nazi-Uniform vor Gericht erschienen, Hakenkreuz-Armbinde inklusive, wie mehrere Zeitungen berichteten. An seiner Seite war Bethanie White, Mitglied in Campbells Organisation "Hitler's Order". Auch auf ihrer Kleidung waren Nazi-Symbole zu sehen. Die Gruppe ist laut US-Zeitungen eine lokale Organisation, die es darauf anlege, Hass zu verbreiten.

Auf die Frage, ob es eine gute Idee sei, vor Gericht in NS-Uniform zu erscheinen, sagte Campbell, dies werde schon nicht gegen ihn verwendet werden: "Wenn sie gute Richter und gute Menschen sind, schauen sie nach innen und nicht auf die äußere Erscheinung."

Kein "Adolf Hitler" auf Geburtstagstorte

Darauf setzt Heath Campbell. Nur so kann er seinen jüngsten Sohn, den zweijährigen Heinrich Hons, besuchen. "Ich will ein Vater sein, lasst das zu", sagte er. "Lasst mich der Welt beweisen, dass ich ein guter Vater bin." Er habe seine Kinder niemals misshandelt. Die Behörden würden ihn als Nazi bezeichnen und sagen, "dass Leute wie wir keine verfassungsmäßig garantierten Rechte haben, um unsere Kinder zu kämpfen".

Campbell lebt getrennt von Deborah Campbell, der Mutter seiner Kinder. Die Familie ist den Behörden schon seit 2008 bekannt. Erstmals tauchte die Familie in der Öffentlichkeit auf, als ein Supermarkt sich weigerte, "Adolf Hitler" auf eine Geburtstagstorte für den ältesten Sohn zu schreiben. Das Paar fühlte sich diskriminiert. "Andere Kinder bekommen ihre Torte", sagte Heath Campbell damals. "Ich bekomme Probleme. Das ist gegenüber meinen Kindern nicht fair. Wie kann ein Name Anstoß erregen?"

Die Geschichte gelangte in die Presse. Kurz darauf nahmen die Behörden den Eltern den kleinen Adolf Hitler, 7, und dessen Schwestern, heute sechs und fünf Jahre alt, wegen Hinweisen auf häusliche Gewalt weg. Der kleine Heinrich Hons wurde den Eltern nur Stunden nach seiner Geburt im November 2011 entzogen. Heath Campbell beschäftigte sich in der Zwischenzeit laut NBC damit, "Hitler's Order" zu gründen.

Nun besinnt er sich auf seine Familie. "Ich werde weiter kämpfen", sagte Heath Campbell. "Mir ist egal, ob es mich umbringt." Er liebe seine Kinder.

ulz/AFP

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