Vereinte Nationen Acht Millionen Menschen von Erdbeben in Nepal betroffen

Es ist eine erschreckende Zahl: Laut Uno sind acht Millionen Menschen von dem schweren Erdbeben in Nepal betroffen. Am Mount Everest sind inzwischen fast alle Bergsteiger ins Tal geflogen worden.

Zelte in Kathmandu: Angst vor Nachbeben
REUTERS

Zelte in Kathmandu: Angst vor Nachbeben


Nur langsam kommen die Retter voran, die Situation in manchen Bergdörfern Nepals ist auch drei Tage nach dem schweren Erdbeben kaum zu überblicken. Insgesamt, so schätzen die Vereinten Nationen, sind rund acht Millionen Menschen betroffen.

Mehr als 1,4 Millionen sind laut Uno auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Auf der Suche nach Wasser und Nahrung versuchen Zehntausende, das schwer getroffene Kathmandu-Tal zu verlassen. Am Flughafen bildeten sich lange Schlangen. In der Hauptstadt des Landes gebe es derzeit keinen Strom und kaum Trinkwasser, sagte Philips Ewert, Einsatzleiter der Hilfsorganisation World Vision.

Bislang wurden mehr als 4300 Tote gefunden, doch die Zahl dürfte noch deutlich steigen - laut Nepals Ministerpräsident Sushil Koirala könnten 10.000 Menschen gestorben sein. Die Regierung habe angeordnet, dass die Rettungsarbeiten intensiviert würden, sagte Koirala der Nachrichtenagentur Reuters. Sein Land benötige jetzt Hilfe von außen - vor allem Zelte und Medikamente.

Unter den Toten ist auch ein Professor der Universität Göttingen, der zusammen mit 15 Geografie-Studenten in einem Gebiet nordwestlich von Kathmandu unterwegs war. Das teilte die Universität am Montagabend mit. Den Studenten gehe es den Umständen entsprechend gut. Das Auswärtige Amt bemüht sich eigenen Angaben zufolge derzeit darum, Informationen über das Schicksal von etwa hundert vermissten Deutschen zu bekommen.

SPIEGEL ONLINE

Das Beben hatte große Teile Nepals sowie Teile Indiens und Tibets erschüttert. Am Mount Everest gingen schwere Lawinen ab. Im Basislager starben zahlreiche Bergsteiger, die Angaben schwanken zwischen 17 und 22 Toten. Bislang wurden 205 Bergsteiger am höchsten Berg der Welt gerettet, wie der örtliche Polizeisprecher Bhanubhakta Nepal sagte.

Bergsteiger Daniel Mazur schrieb aus Camp 1 oberhalb des Basislagers: "Wir sind die letzten neun Sherpas und acht Kletterer am Everest." Die Helikopter-Landestelle liege auf 6100 Metern Höhe. "Sonnig und wolkenlos, aber das Warten ist schwer", teilte er via Twitter mit. Die Bergsteiger saßen fest, weil die Aufstiegsroute - dazu gehören Leitern und Seile durch einen Gletscher - durch Lawinen zerstört worden war.

Im Basislager hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 1000 Menschen auf. Der bekannte US-Bergsteiger Alan Arnette schrieb aus dem Basislager, fast alle Teams um ihn herum hätten das Camp verlassen oder bereiteten sich darauf vor. Sie würden in dieser Saison den Everest nicht mehr von der Südseite aus besteigen. "Einige kleine Teams werden in ein paar Tagen entscheiden", schreibt er in seinem Blog.

Reinhold Messner und der österreichische Extrembergsteiger Peter Habeler hatten den Rettern in Nepal falsche Prioritäten vorgeworfen: Sie sollten sich stärker auf die Opfer in Kathmandu konzentrieren und weniger auf die Bergsteiger. "Im Kathmandu-Tal und in den Schluchten drumherum ist eine viel größere Katastrophe passiert", so Messner.

hut/AFP/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
El pato clavado 28.04.2015
1. alle Bergsteiger ins Talgeflogen
da bin ich aber beruhigt und was ist mit den armen Schweinen in den entlegenen Dörfern?
namachschon 28.04.2015
2. Beruhigend...
Es ist ja beruhigend, zu lesen, dass dass die Volltrottel, die unbedingt im Himalaya/am Everest rumkrabbeln müssen, alle ins Tal geflogen wurden. Statt mit den Handvoll Helis dort wirklich Bedürftigen zu helfen. Auch eine Nachricht aus der Rubrik: Kurz und uninteressant.
Malshandir 28.04.2015
3. Was Messner sagt, erzaehl ich von Beginn an
Es ist falsch die Schnoesel zu retten und tausende Nepali nicht zu helfen.
jennila91 28.04.2015
4. Also ehrlich mal
ich finde es äußerst anmaßend, hier zu diskutieren, wer überleben und wer gerettet werden darf. jedes leben ist lebenswert und würdig, gerettet zu werden, und wir alle hier haben nicht das Recht zu entscheiden, wer zuerst dran ist! schämt euch
mangaclub 29.04.2015
5. Spenden hilft wirklich!
Hätte Medihimal e.V. (http://www.medihimal.org) als Hilfsorganisation in Nepal mehr Spenden vor dieser Katastrophe zusammen bekommen, gäbe es jetzt möglicherweise einen Krankenwagen vor allem in einer sehr entlegenen Gegend mehr. Viele Menschen sterben leider in Nepal allein dadurch weil Erste Hilfe in abgelegenen Dörfern viel zu lange dauert, und das schon ohne Naturkatastrophen. Daher bitte ich jeden der die Möglichkeit hat zu spenden und zu helfen! Auch bitte ich hier die Redaktion dies wenn möglich in Ihren Artikeln zu erwähnen. So können Sie Ihre Spende an medihimal überweisen: Medihimal e.V. Stadtsparkasse München IBAN: DE84701500000014119432 - BIC: SSKMDEMM Betreff: Hilfe für Nepal
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.