Nach dem Erdbeben Dorf in Nepal aus Angst vor Lawinen evakuiert

In Nepal sollen 150 Dorfbewohner in Sicherheit gebracht werden. Ihr Dorf war bei dem Erdbeben schwer getroffen worden. Jetzt drohen weitere Lawinen.

Massive Zerstörung im Langtang-Tal: Evakuierung per Helikopter
DPA

Massive Zerstörung im Langtang-Tal: Evakuierung per Helikopter


In dem schwer vom Erdbeben verwüsteten Langtang-Tal in Nepal ist die Lawinengefahr so hoch, dass die Behörden beschlossen haben, ein ganzes Dorf zu evakuieren.

"Es gibt 150 Einwohner in Kaynzin, wir fliegen sie aus", sagte Polizeisprecher Pravin Pokhreivor. Dem Sprecher zufolge sollen die Menschen nach Kathmandu und Dhunche gebracht werden. In den vergangenen Tagen war Kritik aufgekommen, nachdem nicht genügend Helikopter zum Ausfliegen von Erdbebenopfern zur Verfügung gestanden hatten.

Das Bergdorf Langtang auf rund 3500 Metern Höhe wurde bei dem Beben der Stärke 7,8 am 25. April durch eine Lawine fast völlig verschüttet. Dort kamen mehrere Touristen ums Leben, darunter laut örtlichen Behörden auch zwei Deutsche.

Regen, Nebel und beständig abgehende Lawinen hatten die Bergungsarbeiten im Langtang-Tal auch am Wochenende massiv behindert. Bisher sollen etwa 120 Leichen in der Region 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kathmandu geborgen worden sein.

Bei dem Beben starben mehr als 8000 Menschen. Die Behörden registrierten bis Sonntag 8019 Todesopfer, darunter 68 Ausländer und mehr als 17.000 Verletzte. Noch immer fehlen den Behörden exakte Angaben über Tote und Verletzte aus sehr entlegenen Orten. Es wird daher befürchtet, dass die Zahlen noch weiter steigen werden. Fast eine halbe Million Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt.

ala/dpa

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#jm2c 11.05.2015
1. Wo bleiben die Trolle?
Nachdem mittlerweile so viel schwachsinn hier aufgetaucht ist und sich jeder das Maul zerreissen durfte, hier mal die etwas andere Perspektive: Ich bin Nepal-Fan und seit Ende 2014 mit einigen aktiven bei OpenStreetMap mit dem Mappen von Nepal beschäftigt. Durch die guten Kontakte gab es viele sehr interessante Informationen direkt aus Nepal. Zu Nepal an sich: "Dörfer" bestehen häufig aus einer Ansammlung von Häusern, die über einen Berghang versteut sind. Oft sind es 10 Minuten Aufstieg, um zum nächsten Haus zu gelangen. Nachbardörfer sind mitunter 1 Tagesreise zu Fuß auseinander, an den steilen Hängen gibt es nicht selten keinerlei Landemöglichkeit für Hubschrauber, Straßen sind oft mehrere Tagsmärsche entfernt und dann sind diese eher mit deutschen Feldwegen vergleichbar. Sie schlängeln sich in Serpentinen viele Kilometer durch die Berge, bevor sie auf größere Verbindungsstraßen treffen. Handys funktionieren, mit viel Glück, hin und wieder in größeren Dörfen. Oft muss man durch mehrere Dörfer auf dem einzigen Fußpfad, um tief in die Täler zu gelangen. Im ganzen Land sind weniger Hubschrauber im Einsatz als die DRF alleine (neben ADAC, Bundespolizei, ..) in Deutschland hat und das bei ca. 27 Mio Einwohnern. Generelles Vorgehen von Rettungskräften (weltweit sehr Ähnlich): Bei solchen Katastrophen werden die lokalen Hilfskräfte zuerst denen helfen, die nach Hilfe rufen. Gibt es 10 Meldungen über Verschüttete, dann beginnt man halt bei Meldung #1. Der Krisenstab braucht idR mehrere Stunden, bis dieser über alle Informationen verfügt und gezielt Hilfe entsenden/anfordern kann. Zumal in Kathmandu ebenfalls massive Schäden aufgetreten sind. Sobald der Krisenstab soweit einsatzbereit war, war die Rettung am Everest praktisch abgeschlossen und die Helikopter wurden beschlagnahmt. Bis zum Ende des Tages (Samstag) gab es aus den allermeisten Regionen Nepals noch keine Informationen über Verletzte, Tote oder Schäden. Zur angeblichen 2-Klassen-Rettung: In Nepal gibt es praktisch kein umfassendes Kartenmaterial und schon gar kein Versorgungsnetz, wie wir es hier in Deutschland kennen! Das führt zu dazu, dass die einzigen, die einen gesicherten Kommunikationskanal haben, eben die ausländischen Expeditionen sind. Durch ihre Logistik auch Direktwahlen der Heli-Anbieter. Ich könnte mir denken, dass, während die Hubschrauber bereits zu "Lawine im EBC, es gibt Tote und Verletzte" unterwegs waren, bevor überhaupt ein Krisenstab mit der Arbeit angefangen hat. 1. Im EBC und auf dem Everest gibt es mehr Einheimische als Ausländer 2. Im EBC ausfallsichere Kommunikationseinrichtungen 3. Sehr limitierte Vorräte oberhalb des Khumbu-Eisbruchs, Route durch Eisbruch zerstört, Bergsteiger oberhalb davon können maximal ein paar wenige Tage überleben. 4. GESICHERTE Lageinformationen für die Hilfskräfte und ca. 1000 Betroffene!
Ker Stin 11.05.2015
2. @#jm2c...
Zitat von #jm2cNachdem mittlerweile so viel schwachsinn hier aufgetaucht ist und sich jeder das Maul zerreissen durfte, hier mal die etwas andere Perspektive: Ich bin Nepal-Fan und seit Ende 2014 mit einigen aktiven bei OpenStreetMap mit dem Mappen von Nepal beschäftigt. Durch die guten Kontakte gab es viele sehr interessante Informationen direkt aus Nepal. Zu Nepal an sich: "Dörfer" bestehen häufig aus einer Ansammlung von Häusern, die über einen Berghang versteut sind. Oft sind es 10 Minuten Aufstieg, um zum nächsten Haus zu gelangen. Nachbardörfer sind mitunter 1 Tagesreise zu Fuß auseinander, an den steilen Hängen gibt es nicht selten keinerlei Landemöglichkeit für Hubschrauber, Straßen sind oft mehrere Tagsmärsche entfernt und dann sind diese eher mit deutschen Feldwegen vergleichbar. Sie schlängeln sich in Serpentinen viele Kilometer durch die Berge, bevor sie auf größere Verbindungsstraßen treffen. Handys funktionieren, mit viel Glück, hin und wieder in größeren Dörfen. Oft muss man durch mehrere Dörfer auf dem einzigen Fußpfad, um tief in die Täler zu gelangen. Im ganzen Land sind weniger Hubschrauber im Einsatz als die DRF alleine (neben ADAC, Bundespolizei, ..) in Deutschland hat und das bei ca. 27 Mio Einwohnern. Generelles Vorgehen von Rettungskräften (weltweit sehr Ähnlich): Bei solchen Katastrophen werden die lokalen Hilfskräfte zuerst denen helfen, die nach Hilfe rufen. Gibt es 10 Meldungen über Verschüttete, dann beginnt man halt bei Meldung #1. Der Krisenstab braucht idR mehrere Stunden, bis dieser über alle Informationen verfügt und gezielt Hilfe entsenden/anfordern kann. Zumal in Kathmandu ebenfalls massive Schäden aufgetreten sind. Sobald der Krisenstab soweit einsatzbereit war, war die Rettung am Everest praktisch abgeschlossen und die Helikopter wurden beschlagnahmt. Bis zum Ende des Tages (Samstag) gab es aus den allermeisten Regionen Nepals noch keine Informationen über Verletzte, Tote oder Schäden. Zur angeblichen 2-Klassen-Rettung: In Nepal gibt es praktisch kein umfassendes Kartenmaterial und schon gar kein Versorgungsnetz, wie wir es hier in Deutschland kennen! Das führt zu dazu, dass die einzigen, die einen gesicherten Kommunikationskanal haben, eben die ausländischen Expeditionen sind. Durch ihre Logistik auch Direktwahlen der Heli-Anbieter. Ich könnte mir denken, dass, während die Hubschrauber bereits zu "Lawine im EBC, es gibt Tote und Verletzte" unterwegs waren, bevor überhaupt ein Krisenstab mit der Arbeit angefangen hat. 1. Im EBC und auf dem Everest gibt es mehr Einheimische als Ausländer 2. Im EBC ausfallsichere Kommunikationseinrichtungen 3. Sehr limitierte Vorräte oberhalb des Khumbu-Eisbruchs, Route durch Eisbruch zerstört, Bergsteiger oberhalb davon können maximal ein paar wenige Tage überleben. 4. GESICHERTE Lageinformationen für die Hilfskräfte und ca. 1000 Betroffene!
...vielen Dank für Deine Informationen! Ja, es ist immer einfach aus sicherer Entfernung und Umgebung, zeitlichem Abstand Aussagen zu treffen, was vor Ort zu tun gewesen "wäre". Die meisten scheinen die ersten Meldungen kurz nach der Katastrophe vergessen zu haben, wie scheinbar überfordert die dortige Regierung gewesen ist.
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