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Gigantischer Erdrutsch in Nepal: Zehntausende flüchten vor drohender Flutwelle

In Nepal werden nach einem Erdrutsch noch Dutzende Menschen vermisst. Zudem droht eine gewaltige Flutwelle, die auch Indien treffen könnte. Dort haben bereits mehr als 30.000 Einwohner ihre Häuser verlassen.

Katmandu/Neu-Delhi - Der durch einen gigantischen Erdrutsch entstandene Stausee in Nepal bedroht weiterhin die talabwärts gelegenen Ortschaften. Wie örtliche Medien berichten, haben Tausende Menschen die Nacht zum Sonntag in höher gelegenen Gegenden verbracht, entweder in Häusern von Freunden oder in Notunterkünften der Lokalregierung. Auch im benachbarten Indien mussten Zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht werden. Im Nordosten des Landes verließen mindestens 34.000 Bewohner aus Angst vor Hochwasser ihre Häuser.

Bei dem Erdrutsch etwa 90 Kilometer östlich der nepalesischen Hauptstadt Katmandu waren am Samstag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen und 40 weitere verletzt worden. Mehr als 150 Menschen gelten noch als vermisst. Sie werden unter den Schlamm- und Geröllmassen vermutet, die Dutzende Häuser mit sich gerissen hatten. "Wir haben keine Chance, die Vermissten noch lebend zu finden", sagte Yadav Prasad Koirala vom Katastrophenschutzministerium.

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Erdrutsch in Nepal: Aufgestaute Wassermassen bedrohen Dörfer
Starke Regenfälle behinderten die Rettungsarbeiten. Der aufgestaute See versperrte den Araniko Highway, die einzige Straße zwischen Nepal und China. Der Erdrutsch blockierte das Tal über mehrere Hundert Meter Breite. Selbst mit Bulldozern und anderem schweren Gerät sei es schwierig, sich durch Geröll und Trümmer zu arbeiten, sagte Koirala.

Der durch den Erdrutsch entstandene Damm ist etwa 90 Meter hoch. Die Armee hatte am Samstag drei kleine Sprengungen veranlasst, um Wasser kontrolliert abfließen zu lassen. Der Pegel sei aber über Nacht nicht zurückgegangen, sagte Gopal Parajuli, Chef des lokalen Sicherheitskomitees. Es fließe nur so viel heraus, wie der Fluss Sunkoshi wieder hereinbringe.

Das aufgestaute Wasser bedrohe nun auch Indien, warnten die Behörden im nordöstlichen Bundesstaat Bihar einem Bericht des Senders NDTV zufolge. Eine unkontrollierbare Flut könnte in Bihar Hunderte Dörfer überschwemmen, sagte ein Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörde. Dies könnte bis zu 425.000 Menschen in der Region treffen.

wit/dpa/AP

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Fläche: 147.181 km²

Bevölkerung: 27,21 Mio.

Hauptstadt: Kathmandu

Staatsoberhaupt:
Bidhya Devi Bhandari

Regierungschef: Khadga Prasad Sharma Oli

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