Neuer Keimbefall: Aufnahmestopp für Bremer Frühchenstation verhängt

Drei Babys sind mit Keimen befallen, nun reagiert die Gesundheitsbehörde: Die Bremer Frühchenstation darf vorerst keine Neugeborenen mehr aufnehmen. Experten des Robert-Koch-Instituts sollen bei der Suche nach dem Ursprung des Erregers helfen.

Frühchenstation in Bremen (Archiv): Drei Babys mit Keimen befallen Zur Großansicht
dapd

Frühchenstation in Bremen (Archiv): Drei Babys mit Keimen befallen

Bremen - Die Bremer Gesundheitsbehörde hat nach dem erneuten Keimbefall auf der Frühgeborenen-Station im Klinikum Bremen-Mitte einen Aufnahmestopp für die Abteilung verhängt. Dies sei in Absprache mit dem Klinikbetreiber Gesundheit Nord veranlasst worden, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde.

Die Ursache für den Keimbefall sei noch unklar, daher sollen beim Klinikpersonal Abstriche genommen werden. Zudem sollen sich fünf Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts an der Suche nach dem Erreger beteiligen.

Zuvor war bekannt geworden, dass auch ein drittes Frühchen positiv auf einen gefährlichen Darmkeim getestet wurde. Es sei ebenso wie die anderen zwei betroffenen Kinder bisher nicht erkrankt, sagte eine Sprecherin des Klinikbetreibers. Dem dritten Frühchen mit einem Gewicht von 600 Gramm gehe es allerdings gesundheitlich nicht gut, eine Infizierung sei deshalb noch möglich.

Offen ist, ob es sich um den gleichen Keimstamm handelt wie bei der tödlichen Infektionswelle im vergangenen Jahr. Mit einem Ergebnis der Analyse sei erst in zwei bis drei Wochen zu rechnen.

Die drei betroffenen Kinder wurden auf isolierte Zimmer gebracht. Bei den anderen sieben Frühchen auf der Abteilung wurden keine Keime nachgewiesen.

Mehrere Todesfälle auf der Bremer Frühgeborenen-Station hatten im November 2011 einen Hygieneskandal offenbart - der Chefarzt wurde entlassen, er soll die Gefahr nicht rechtzeitig erkannt haben. Ein Untersuchungsausschuss befasst sich mit den Fällen. Die Klinikleitung geht von drei toten Frühchen wegen Keimbefalls aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt in sechs Fällen.

Die Abteilung war nach einer zweimonatigen Schließung erst Anfang Januar nach umfangreichen Desinfektionen und Umbauten wiedereröffnet worden. Am Donnerstag wurde dann bei einer Routineuntersuchung der erneute Keimbefall festgestellt.

hut/dapd

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1. Outgesourct
quadraginti 24.02.2012
Zitat von sysopDrei Babys sind mit Keimen befallen, nun reagiert die Gesundheitsbehörde: Die Bremer Frühchenstation darf vorerst keine Neugeborenen mehr aufnehmen. Experten des Robert-Koch-Instituts sollen bei der Suche nach dem Ursprung des Erregers helfen.
Szenario: Der zuständige Leuterauschmeißer + Kostendrücker (sowas nennt man Controler) hat die langjährig erfahrenen Putzfrauen rausgekündigt. Die Reinigung wurde *outgesourct. *An den billigsten Caterer-Dienstleister, den's gab. Letzterer will natürlich Gewinn machen. *Maximalen Gewinn.* Darum stellt er Personal ein, das selbst für Putzbranche nur die allerunterste Qualifikationsstufe hat. Ist aber besonders billig. Und die reinigen. *Mit einem Eimer Putzwasser die ganze Frühchen- Station.**) Da können die Herren akademisch-gebildeten Ärzte soviel desinfizieren wie sie wollen. Nach 4 Wochen ist alles wieder verkeimt. ----------------------------------- *) In einem Berliner 4 - Sterne Hotel mal durch Zufall gesehen: Die Putze reinigte mit demselben Lappen, mit dem die das Klo saubermachte, dann auch noch die Gläser für die Mini-Bar. Seither spüle ich in allen Hotels die Gläser gründlich aus.
2. Reich
quadraginti 24.02.2012
Zitat von sysopDrei Babys sind mit Keimen befallen, nun reagiert die Gesundheitsbehörde: Die Bremer Frühchenstation darf vorerst keine Neugeborenen mehr aufnehmen. Experten des Robert-Koch-Instituts sollen bei der Suche nach dem Ursprung des Erregers helfen.
Im Reinigungsgewerbe wird man reich durch das, was man NICHT tut.
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