Neujahrsnacht "Willkommen 2004!"

Weltweit haben Millionen Menschen mit großem Jubel, aber auch unter starken Sicherheitsvorkehrungen das neue Jahr begrüßt. Allein auf der größten Silvesterparty Deutschlands am Brandenburger Tor in Berlin feierten eine Million Menschen.


Neujahr 2004: Feuerwerk in Manila
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Neujahr 2004: Feuerwerk in Manila

Berlin - Knallende Korken, Küsse, eine Million jubelnde und tanzende Menschen: Mit einem Riesenspektakel auf Deutschlands größter Silvesterparty begrüßten die Berliner und ihre Gäste aus dem In- und Ausland in der Hauptstadt das neue Jahr. Mit Sekt und Glühwein trotzen die Besucher den winterlichen Minusgraden. Das Jahr 2004 wurde am Brandenburger Tor mit einem zwölfminütigem Höhenfeuerwerk eingeläutet. Über den Köpfen der Feiernden stiegen rund 1600 Feuerwerkskörper und explodierende Raketen in den grauen Himmel und tauchten das Wahrzeichen der Stadt in buntes Licht, während sich die Menschen in die Arme fielen. Die Berliner Feier unter dem Motto "Willkommen 2004!" lief laut Polizei "friedlich und gut gelaunt" ab.

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In Hamburg feierten rund 14.000 Partygäste, darunter viele Besucher des Taizé-Jugendtreffens, an den Landungsbrücken im Hafen. Traditionsgemäß ertönte in der Hansestadt zum Start ins neue Jahr eine Schiffssirene. Abseits der großen Partys feierten die meisten Deutschen zu Hause oder auf privaten Feiern in das Neue Jahr hinein. Wie in den Vorjahren wurden dabei rund 100 Millionen Euro in Form von Böllern und Raketen verfeuert.

Partynacht mit nur wenigen Zwischenfällen

Die Silvesternacht verlief nach Polizeiangaben bis auf wenige Ausnahmen ohne Zwischenfälle. In Berlin musste die Feuerwehr gegen 1 Uhr am Neujahrsmorgen einen Großbrand im Dachgeschoss des ZDF-Hauptstadtstudios bekämpfen. Insgesamt registrierte die Berliner Feuerwehr zwischen 19 Uhr und 6 Uhr über 4000 Anrufe. Die Fahrzeuge rückten zu 1711 Einsätzen aus, gut 250 mehr als im Vorjahr. Deutlich geringer war bis zum Morgen die registrierte Zahl der Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Allerdings starb in Lehre bei Helmstedt kurz nach Mitternacht ein Mann beim Hantieren mit einem nicht zugelassenen Böller.

In Leipzig wurden bei Ausschreitungen während der Silvesternacht zwölf Polizisten verletzt. Eine Beamtin musste mit einer Platzwunde am Kopf ins Krankenhaus, teilte die Polizeidirektion Leipzig mit. Die Ordnungskräfte waren eingeschritten, als mehrere hundert Jugendliche Schaufensterscheiben mehrerer Geschäfte einschlugen. Bei ihrem Eintreffen seien die Beamten von den meist alkoholisierten Jugendlichen mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden, erklärte die Polizei. 16 Randalierer wurden daraufhin vorübergehend festgenommen.

Über dem Times Square kreisten Hubschrauber

In New York begrüßten ungeachtet extrem scharfer Sicherheitsmaßnahmen auf dem Times Square etwa 750.000 Menschen das Neue Jahr in ausgelassener Stimmung. Auch in zahlreichen anderen US-Städten waren Silvesterfeiern angesichts der zweithöchsten Terrorwarnstufe "Code Orange" von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet.

Den Knopf für das traditionelle Herabschweben der glitzernden Neujahrs-Kristallkugel drückte unter dem Jubel der Menge auf dem Times Square die amerikanische Soldatin Shoshana Johnson. Sie war während des Irak-Kriegs 22 Tage in Gefangenschaft. Bürgermeister Michael Bloomberg erschien in einem Pullover mit dem "I love New York"-Symbol. Er hatte die New Yorker und Besucher der US- Kulturmetropole zuvor aufgerufen, sich von den Terrorwarnungen nicht die Laune verderben zu lassen.

Uniformierte hatten den weltbekannten Platz am Broadway bereits am Nachmittag abgeriegelt. Scharfschützen bezogen in umliegenden Hochhäusern Stellung. Hubschrauber überwachten den Luftraum. Spezialisten für das Aufspüren biologischer, chemischer und radiologischer Waffen standen bereit. Alkohol und Knallkörper waren strengstens verboten. Wer einmal auf dem abgeriegelten Gelände war, durfte es erst nach Mitternacht wieder verlassen.

Hupkonzert auf den Pariser Champs-Élysées

In Paris begrüßten fast 50000 Menschen auf den Champs-Élysées das Neue Jahr mit knallenden Champagnerkorken, Feuerwerkskörpern und Hupkonzerten. Touristen aus aller Welt, viele aus den USA und Japan, trotzten der schneidenden Kälte, um sich von der ausgelassenen Stimmung anstecken zu lassen. 4500 Polizeibeamte waren im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen. In Straßburg wurde bereits vor Mitternacht mehr als ein Dutzend Fahrzeuge in Brand gesteckt.

In Italien wurde das Neue Jahr traditionsgemäß lautstark begrüßt. Die größte Neujahrsparty fand in Rom statt, wo rund 200.000 Menschen ein Riesenfeuerwerk erlebten. Vor allem in Süditalien wurden erneut Unmengen von Feuerwerkskörpern gezündet. In den Tagen vor Silvester hatte die italienische Polizei mehrere Tonnen illegaler Silvesterknaller beschlagnahmt. In Rom betete Papst Johannes Paul II. am Silvesterabend für das kommende Jahr um weltweiten Frieden.

Ebenfalls mit einem farbenfrohen Feuerwerk hat London das neue Jahr begrüßt. Etwa 100.000 Menschen versammelten sich um Mitternacht für das Spektakel am prächtig beleuchteten Riesenrad am Südufer der Themse. In zahlreichen englischen Städten mussten Straßenpartys wegen heftigen Sturms und Regen abgesagt werden. Auch in der Hauptstadt gab es in diesem Jahr keine offiziellen Partys auf zentralen Plätzen. Sie wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt.



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