Nach Tod von Drillingen: Ehepaar bekommt Zwillinge

Zwillinge Parker (l.) und Poppy: Geboren in Neuseeland Zur Großansicht
AP/Martin Weekes

Zwillinge Parker (l.) und Poppy: Geboren in Neuseeland

Die Zwillinge Poppy und Parker sind wohlauf - und für ihre Eltern Jane und Martin Weekes ein kleines Wunder: Das Paar aus Neuseeland hatte schon einmal Kinder, Drillinge sogar. Doch die waren bei einem Brand gestorben.

Wellington - Als Martin Weekes aus Neuseeland zum ersten Mal seine Zwillinge Poppy und Parker in den Armen hielt, konnte er seine Emotionen nicht zurückhalten. Es war nicht nur das überwältigende Gefühl, das Eltern beim ersten Hautkontakt mit ihren Kindern überkommt.

Weekes dachte daran, dass er wenige Jahre zuvor schon einmal so empfunden hatte. Damals hielt er drei Babys im Arm: Lillie, Jackson und Willsher. Lange blieben die Drillinge nicht im Leben von Weekes und seiner Frau Jane. Die Kinder starben 2012 im Alter von zwei Jahren bei einem Großbrand in einem Einkaufszentrum in Katars Hauptstadt Doha. Dort waren die drei in einer Betreuungseinrichtung untergebracht.

Als Weekes nun Tochter Poppy und Sohn Parker an sich drückte, dachte er daran, dass die Zwillinge nur drei Kinder aus einer früheren Ehe kennenlernen würden, aber niemals die Drillinge - und musste weinen.

Lange war sich das Ehepaar unsicher gewesen, ob es überhaupt noch einmal Kinder bekommen wollte. "Jane und ich lieben es, Eltern zu sein", sagte Weekes. "Aber es war eine schwierige Entscheidung, weil man die Kinder, die man hatte, nie ersetzen kann und nie ersetzen will." Man habe immer einen Gedanken: "Tue ich das Richtige für Lillie, Jackson und Willsher?"

Martin und Jane Weekes trafen eine Entscheidung - und sind damit glücklich. Poppy und Parker kamen am Mittwoch per Kaiserschnitt in der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt. Nächste Woche sollen Mutter und Kinder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Nur eine Sache macht Martin Weekes wütend: Fünf Personen wurden wegen des Feuers verurteilt, darunter ein Diplomat und dessen Frau. Sie hatten die Einrichtung für Kinder betrieben. Aber alle Verurteilten sind derzeit frei, weil sie das Urteil angefochten haben.

Es sei nicht nachzuvollziehen, warum sie nicht im Gefängnis seien, findet der Vater. "Einer der Beschuldigten ist immer noch Katars Botschafter bei der Europäischen Union", sagte Weekes. "Es ist frustrierend und schwer, dass wir die Sache beim nächsten Verfahren wieder durchleben müssen."

Der 47-Jährige sagte, er wolle sich lieber auf die guten Wünsche konzentrieren, die seine Frau und er erhalten. "Jane und ich sind überwältigt von der Güte der Menschen in Neuseeland und in aller Welt, wie sie sich für uns freuen. Es ist einfach unglaublich."

ulz/AP

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