Stripperinnen protestieren in New Orleans "Lasst uns tanzen"

Sie wollen sich das nicht bieten lassen: Hunderte Stripperinnen in New Orleans haben gegen die Schließung von Bars und Klubs in der Stadt protestiert. Die Gründe der Behörden halten sie für vorgeschoben.

AFP

Mit mehreren Razzien und Ermittlungsverfahren ist die Polizei in New Orleans gegen Striplokale und Bordellbetriebe vorgegangen. Einigen Betrieben entzogen die Ermittler danach die Lizenz zum Verkauf von Alkohol und Tabak, woraufhin acht Lokale ihren Betrieb vorübergehend dicht machten - zum Ärger der Angestellten. Das berichtet die lokale Zeitung "Gambit".

Hunderte Stripperinnen versammelten sich demnach bereits mehrfach zu Protestzügen durch die Stadt, begleitet von Barkeepern, Reinigungskräften und anderen Kollegen und Unterstützern. Sie wehren sich gegen die Schließung ihrer Lokale, weil sie damit ohne Arbeit dastehen - und ohne Lohn. Mit Plakaten mit der Aufschrift "Lasst uns arbeiten" und "Rettet unsere Jobs" zog die Menge durch die Straßen - neugierig beäugt von zahlreichen Touristen.

Die Frauen ärgern sich dem Bericht zufolge über die Razzien der Behörden im Januar, weil sie ihrer Ansicht nach das Ziel verfehlten. Nach Darstellung der Polizei ging es bei den Durchsuchungen vor allem darum, Menschenhandel in der Stadt zu enttarnen und zu bekämpfen, wie die Zeitung "City Business" unter Berufung auf eine Pressekonferenz der Polizei berichtet. Man habe Hinweise auf Prostitution, Drogenhandel und Sittenverstöße gefunden.

Stripperinnen ärgern sich: "Ich habe kein Geld mehr"

Tatsächlich habe es in Zusammenhang mit Menschenhandel aber keine Festnahmen gegeben, kritisieren die Stripperinnen im "Gambit". "Unterm Strich ist bei der Aktion nur herausgekommen, dass wir jetzt ohne Lebensunterhalt dastehen", sagte eine Demonstrantin. Andere ärgerten sich über Anzeigen wegen unsittlichen Verhaltens. Dazu sei es etwa gekommen, nur weil sich Stripperinnen selbst angefasst hätten.

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Stripperinnen-Proteste in New Orleans: "Lasst uns tanzen"

"Ich will, dass mein Club wieder aufmacht", sagte eine Tänzerin namens Ash der Zeitung. "Ich habe jetzt eine Woche lang nicht gearbeitet. Ich habe kein Geld mehr, ich lebe von meinen Ersparnissen." Es könne doch nicht sein, dass man den Club geschlossen und Angestellte suspendiert habe, "nur weil sie ihren eigenen Busen angefasst haben", zitiert "Gambit" die Frau.

Es gehe in Wahrheit darum, die Angestellten in den entsprechenden Etablissement im French Quarter zu "zermürben" und sie letztlich aus dem Stadtteil zu vertreiben, darin sind sich die Demoteilnehmer einig. Sie wollen in den kommenden Tagen erneut protestieren.

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