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"Nicole von gestern Abend"

Warum ein Student aus Calgary mehr als 240 Frauen anschrieb

Ein junger Mann lernte an der Uni Calgary eine Studentin kennen, die er unbedingt wiedersehen wollte. Was er dann tat, führte zu vielen neuen Freundschaften.

AFP PHOTO / Nicole Letourneau

Treffen der Nicoles in Calgary

Dienstag, 11.09.2018   13:37 Uhr

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Was tun, wenn man jemanden unbedingt wiedersehen will, aber nur den Vornamen und eine falsche Handynummer kennt? Carlos Zetina, Student im kanadischen Calgary, hat seine ganz eigene Methode: Er schrieb einfach alle Frauen mit dem Namen Nicole an der Universität Calgary an. Und um ganz sicher zu gehen, auch Nicolettes und Nickies und andere Variationen, wie "Buzzfeed" berichtet.

Die E-Mail-Adressen habe er aus dem ist Online-Adressbuch der Universität entnommen, sagte Zetina dem kanadischen Rundfunksender CBC. 247 Frauen sollen die E-Mail insgesamt empfangen haben, darunter auch Angestellte und Lehrkräfte. Tatsächlich hatte Zetina mit seiner Massenmail Erfolg - allerdings über einen bemerkenswerten Umweg.

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"Wenn du Nicole heißt und du aus Holland kommst und Nietzsche deprimierend findest, schreib mir", bat Zetina in der E-Mail. Viele der adressierten Nicoles fanden das offenbar so amüsant, dass sie anfingen, sich untereinander zu schreiben. "Ich wollte unbedingt, dass die richtige Nicole dabei ist!" sagte eine der Frauen dem kanadischen Fernsehsender CTV News Calgary.

Der Hashtag #nicolefromlastnight verbreitete sich auf Twitter, die Nicoles erstellten die Facebook-Gruppe "Nicole from Last Night" und verabredeten sich sogar für ein Treffen. Etwa 15 Frauen nahmen Teil. "Wir haben jetzt dieses Nicole-Netzwerk", sagte Studentin Nicole Manaog der Nachrichtenagentur AFP.

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Allerdings: Die gefragte Nicole aus Holland war leider nicht im E-Mail Verteiler, da sie als Austauschstudentin keine E-Mail-Adresse der Universität hatte. Durch den Wirbel wurde sie aber auf die Facebook-Gruppe aufmerksam: "Ich habe die schöne E-Mail selbst nicht bekommen, aber das starke Netzwerk von Nicoles half mir, in Kontakt zu treten", schrieb sie in die Gruppe.

Zetina hatte in seiner E-Mail auch geschrieben: "Wenn du diejenige bist, die ich suche, und einfach nicht mit mir sprechen willst, ist das auch in Ordnung." Glücklicherweise fand die Betroffene laut CityNews die ganze Situation witzig. Die falsche Handynummer sei ein Versehen gewesen. Sie wolle sich noch einmal mit Zetina treffen.

Und der nächste Gruppenabend des Nicole-Netzwerks ist auch schon geplant.

mal/AFP/dpa

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