Nach fast 100 Tagen Dauer-Gottesdienst Armenische Familie darf dauerhaft in den Niederlanden bleiben

Um eine armenische Familie vor der Abschiebung zu schützen, war in einer Kirche in Den Haag ein fast 100-tägiger Marathon-Gottesdienst abgehalten worden. Dieser konnte nun beendet werden.

Die armenische Asylbewerberin Hayarpi Tamrazyan (r.) beim Gottesdienst im Dezember
DPA

Die armenische Asylbewerberin Hayarpi Tamrazyan (r.) beim Gottesdienst im Dezember


Nach knapp 100 Tagen ist in Den Haag ein Nonstop-Gottesdienst für eine armenische Flüchtlingsfamilie beendet worden. Dass die niederländische Regierungskoalition sich auf ein Bleiberecht für minderjährige Asylsuchende geeinigt habe, bedeute eine sichere Zukunft für die Familie, teilte die Bethel-Kirche mit. Der Familie war zuvor Kirchenasyl gewährt worden.

Nach niederländischem Recht darf die Polizei nur dann in eine Kirche eindringen, wenn dort kein Gottesdienst gefeiert wird. Seit dem 26. Oktober 2018 hatte die protestantische Kirche rund um die Uhr einen Gottesdienst gefeiert, um die armenische Flüchtlingsfamilie vor der Abschiebung zu bewahren.

Die Koalition hatte sich nach langen Kontroversen in der Nacht zum Mittwoch auf eine humanitäre Bleiberegelung geeinigt. Demnach dürfen rund 600 Minderjährige und ihre Familien in den Niederlanden bleiben - auch wenn ihr Asylantrag abgewiesen wurde. Voraussetzung ist, dass die Kinder in den Niederlanden aufgewachsen sind.

"Wir sind sehr dankbar über die sichere Zukunft für Hunderte von Flüchtlingsfamilien in den Niederlanden," sagte der Vorsitzende des Kirchenrates. Das Kirchenasyl in Den Haag hatte international für Aufsehen gesorgt.

Die Eltern und drei Kinder im Alter von 15 bis 21 Jahren sollten nach Armenien abgeschoben werden, nachdem sie neun Jahre in den Niederlanden gelebt hatten.

Lesen Sie hier ein Interview mit dem Organisator des Dauer-Gottesdienstes.

bam/dpa



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