Niederlande Eine Stadt wehrt sich gegen Terror-Eule

Schrecken von oben: Eine aggressive Eule flog regelmäßig Luftangriffe auf die Bürger im niederländischen Purmerend und verletzte sie mit ihren scharfen Krallen. Nach einem Jahr war es auch den größten Tierfreunden zu viel.

AP/dpa

Purmerend - Sieht sie nicht harmlos aus, wie sie da auf dem Mauervorsprung sitzt und in die Sonne blinzelt? Die Einwohner im niederländischen Purmerend würden dieser Einschätzung vehement widersprechen - bei ihnen heißt der Vogel nur "die Terror-Eule". Bestimmt fünfzig Mal hat sich der Räuber aus der Luft auf brave Bürger der Stadt gestürzt.

Der Laie wird es dem flauschigen Federvieh nicht gleich ansehen, aber es besitzt scharfe Krallen, die böse Spuren hinterlassen, wenn sie einen erwischen. Einige der Opfer mussten nach einer Attacke der Eule im Krankenhaus tiefe Schnitte nähen lassen.

Aus Angst vor dem aggressiven Vogel gingen viele der knapp 80.000 Bürger Purmerends nur noch mit Hut aus dem Haus oder wenigstens mit einem Regenschirm, um sich vor den Luftangriffen zu schützen. Fotos aus den Straßen der Stadt haben die Fotoagenturen leider nicht geliefert - es muss für die Menschen aber eine Qual gewesen sein, selbst bei schönstem Wetter behütet und beschirmt von Tür zu Tür zu eilen.

Schließlich heuerte die Stadt in der Provinz Nordholland einen Experten an, um den Vogel einzufangen. Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, ist es an diesem Freitag einem Falkner gelungen, das Tier zu überwältigen. Über den Hergang der Gefangennahme wurden keine weiteren Details bekanntgegeben. Die Website NLTimes will allerdings erfahren haben, dass die Jagd sich wohl über zwei Wochen hingezogen haben soll - und der Vogel noch fünf Mal zuschlagen konnte.

Die Stadtverwaltung teilte wenig später mit, dass Falkner und Eule wohlauf seien; es werde nun ein neues Zuhause für den Vogel gesucht. Wobei man sich fragt, welcher Ort da wohl als Exil infrage kommen mag: die weitläufigen finnischen Wälder? Eine einsame Bergregion im Kaukasus? Wem kann man die Nachbarschaft einer solchen Terror-Eule schon zumuten?

Stadtrat Mario Hegger hat es ja selbst eingeräumt: Man hätte dem "wunderbaren Raubvogel" ja gerne seine Freiheit gelassen. Doch am Ende sei "das Risiko einfach zu groß gewesen".

oka/AP



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insgesamt 29 Beiträge
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Krötenschlucker 13.03.2015
1. Naturschutz kommt an ... in aller Navität.
Ich liebe es wenn Naturschutz ankommt. Kuscheltiere gibt es eben doch nur im Spielzeugladen nebenan. Wir lernen das gerade im Zusammenhang mit den Wölfen, den vor Menschen scheusten Tieren überhaupt. Und dann gibt es da ja auch noch die Krähen, die gerade unsere Städte übernehmen ...
Bueckstueck 13.03.2015
2. Quatsch
Das ist ein Greifvogel.
Mertrager 13.03.2015
3. Völlig ungewöhliche Annahme
Im dem Bericht wird von "den braven Bürgern der Stadt" gesprochen. - Wäre zumindestens bei uns völlig umzutreffend. Bei uns geht man davon aus, dasz der Bürger nicht "brav" ist. Und deshalb überwacht, schickaniert und steuerlich ausgepresst werden muss. Denn solange da noch was zu holen ist, hat der Bürger es nicht "brav" abgeliefert. Und wer gegen Überwachung des Privatlebens ist, der hat was zu verbergen. Ergo: ein Terrorist.
ichsagwas 13.03.2015
4. Uhu
Das Foto zeigt einen ausgewachsenen Uhu, nicht irgendeine Eule. Man muss nicht gerade Biologie studiert haben, um das zu erkennen. Warum ist dann immer nur von der "Terroreule" die Rede ? Auch wenn es ein Panorama-Artikel ist... ein bischen mehr Recherche und Seriosität wäre durchaus angebracht.
Zack Peng 14.03.2015
5. Terror-Eule
Uhu das ist. Kann man das nicht erwähnen, wenn man es schon nicht sein lassen kann, "Terror-Eule" zu schreiben. Immerhin, so ein Uhu kann mehrere Kilo schwer werden, der packt schon ordentlich zu.
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