Niederlande Wartungsmängel an Segelschiff für Tod von drei Deutschen verantwortlich

In den Niederlanden wurden drei Deutsche vom Mast eines Segelschiffes erschlagen. Dem nun veröffentlichten Untersuchungsbericht zufolge war der Mast von innen verrottet.

"Amicitia" in Harlingen
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"Amicitia" in Harlingen


Grobe Wartungsmängel auf einem niederländischen Segelschiff waren nach einem Untersuchungsbericht die Ursache für das tragische Ende eines Ausflugs auf dem IJsselmeer. Das Unglück hatte sich im August 2016 bei Harlingen im Nordwesten der Niederlande ereignet: Ein Mast des Zweimastseglers "Amicitia" aus dem Jahr 1889 brach ab und erschlug drei Männer einer Familie aus Deutschland.

Der nun in Den Haag vorgelegten technischen Untersuchung zufolge war der Mast von innen verrottet. "Sowohl der Schiffer, sein Wartungspersonal als auch die Testinstanzen hatten nicht gesehen, dass vier Jahre lang Wasser in den Mast eindrang und er von innen verrottete", heißt es in dem Bericht des nationalen Untersuchungsrats für Sicherheitsfragen.

Nach dem Unglück hatten die Experten auch andere Schiffe der historischen Flotte untersucht. Die Sicherheit auf den alten Seglern kann demnach nicht garantiert werden. Passagiere seien gefährdet, weil die Schiffe möglicherweise nicht gut gewartet seien, stellte der Untersuchungsrat fest.

"Wir nehmen diese Kritik sehr ernst"

Die historischen Segler sind für Charterreisen auf dem IJsselmeer oder dem Wattenmeer sehr beliebt. Doch es gebe eine gefährliche Wissenslücke über die Wartung der Schiffe, stellten die Experten fest. Auch die Kontrolle durch die Behörden sei unzureichend.

Die Anbieter von Segeltouren in den Niederlanden haben offenbar seither die Sicherheitskontrollen auf ihren Schiffen verschärft: Masten und andere wichtige Schiffsteile seien eingehend geprüft worden, sagte Paul van Ommen, Direktor des Verbandes der kommerziellen Charterfahrten. "Wir nehmen diese Kritik sehr ernst." Gemeinsam mit den Behörden würden strenge Normen für Wartung, Ausbildung und Kontrolle erarbeitet.

wit/dpa



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