Nigeria: Piraten überfallen Frachtschiff in Hafen
Bewaffnete Piraten haben in einem Hafen von Nigeria ein Frachtschiff überfallen und mindestens zwei Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen. Über eine Lösegeldforderung ist bisher nichts bekannt.
Kuala Lumpur - Wie das International Maritime Bureau (IMB) am Mittwoch in Kuala Lumpur mitteilte, attackierten acht Piraten am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr in Port Harcourt das unter Curaçao-Flagge fahrende Frachtschiff einer niederländischen Reederei. Die Angreifer eröffneten das Feuer auf das Schiff und raubten dann die Besatzung aus.
Der Kapitän und der Maschinist wurden demnach gekidnappt. Ein Matrose wurde den Angaben zufolge verletzt, ein weiterer noch vermisst. Über eine Lösegeldforderung ist bisher nichts bekannt. Port Hartcourt ist die Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Rivers. In der von Gewalt geprägten 2,6-Millionen-Metropole wurden bereits etliche Ausländer entführt, darunter auch Deutsche.
In diesem Jahr ist es vor Nigeria bereits zu sieben Piratenübergriffen gekommen. Viele Vorfälle würden aber gar nicht gemeldet, sagte ein IMB-Sprecher. "Die Angriffe vor der nigerianischen Küste sind sehr gewalttätig, und sie nehmen zu." Erst vor zwei Wochen war dem IMB zufolge der Kapitän eines Frachtschiffes bei einem Piratenüberfall gestorben.
ala/dapd
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- Mittwoch, 29.02.2012 – 09:29 Uhr
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Am gefährlichsten sind die Gewässer vor Afrika. Somalia, Nigeria und Tansania sind Schwerpunkte der Angriffe. Vor der Küste Somalias operieren Piraten oft von Mutterschiffen aus, von denen sie auf pfeilschnellen Booten mit Maschinenpistolen und Panzerfäusten bewaffnet zu Raubzügen aufbrechen. Die gekaperten Schiffe werden dann vor die Küste gebracht.
Gemessen an somalischen Verhältnissen galt die Region bisher als stabil, nach Selbstmordanschlägen auf Regierungsgebäude im Oktober wird aber befürchtet, islamistische Terroristen könnten auch im Puntland Fuß fassen. Inzwischen herrscht auch hier weitgehende Gesetzlosigkeit. Kriminelle Banden verdienten viel Geld mit dem Schmuggel von Flüchtlingen aus Somalia und Äthiopien auf die arabische Halbinsel. Dazu kommen Piratenüberfälle. Die Machthaber von Puntland wurden wiederholt beschuldigt, die Piraten zu unterstützen und einen Teil des Lösegeldes für Schiffe und Besatzungsmitglieder selbst zu kassieren.
Es sei "erschreckend", dass die Piraten mittlerweile 438 Besatzungsmitglieder und Passagiere sowie 20 Schiffe in ihrer Gewalt hätten, sagte der Uno-Untergeneralsekretär B. Lynn Pascoe. Es müsse mehr getan werden, um die Ursachen von Raubüberfälle und Entführungen zu beseitigen.
Doch noch ist von einer Lösung keine Spur, im Gegenteil: Die Angriffe werden brutaler. Am 7. November 2011 erschossen somalische Piraten einen Mann, der die von ihnen gekaperte Yacht nicht verlassen wollte. Die anderen Geiseln - darunter eine Frau und ein Junge - wurden Augenzeugen zufolge an Land gebracht. Bislang kam die Tötung von Geiseln selten vor.
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