Nigeria Wieder Pipeline explodiert

Knapp eine Woche nach dem verheerenden Pipeline-Unfall mit etwa 250 Toten ist in Nigeria erneut eine Erdölleitung explodiert. Dabei sollen bis zu 100 Menschen getötet worden sein.


Vor knapp einer Woche verbrannten rund 250 Menschen, als eine oberirdische Rohrleitung angebohrt wurde und dann explodierte
AP

Vor knapp einer Woche verbrannten rund 250 Menschen, als eine oberirdische Rohrleitung angebohrt wurde und dann explodierte

Abuja/Nairobi - Einen Tag nach der Explosion einer Öl-Pipeline im Süden Nigerias ist die Zahl der Todesopfer am Montag auf bis zu 100 gestiegen. Der Vorsitzende des Regionalparlaments, Godwin Abigo, sagte in Warri, zahlreiche Leichen seien aus Gewässern geborgen worden. Nach Angaben eines örtlichen Krankenhauses erlagen 11 von 15 Eingelieferten ihren schweren Verbrennungen. Die Exlosion hatte sich auf dem Gelände einer Raffinerie ereignet, die von der staatlichen nigerianischen Öl-Gesellschaft betrieben wird. In der vergangenen Woche waren etwa 250 Menschen durch eine ähnliche Explosion einer Benzin-Pipeline nur zehn Kilometer entfernt am Niger-Delta ums Leben gekommen.

Aus Polizei-Kreisen verlautete am Montag, die Explosion nahe Warri habe ein Dorf-Bewohner ausgelöst, der sich beim Abfüllen von Benzin aus der Pipeline eine Zigarette angezündet habe.

In Nigeria herrscht trotz großer Erdölvorkommen Treibstoffmangel, da die eigenen Raffinerien marode sind. In Gebieten, durch die Treibstoffleitungen führen, schlagen die Bewohner immer wieder Lecks in die Röhren, um sich mit Benzin für Fahrzeuge und für Kocher zu versorgen.



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