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08. Februar 2004, 12:37 Uhr

Nipplegate

Millionenklage gegen Jackson und Timberlake

Die Popstars Janet Jackson und Justin Timberlake müssen sich wegen ihrer Busen-Affäre nun auch vor Gericht verantworten. Eine Bankangestellte aus Tennessee verlangte im Namen von 80 Millionen Zuschauern Schadenersatz.

Popstars Jackson und Timberlake: Danach war es allen peinlich
AP

Popstars Jackson und Timberlake: Danach war es allen peinlich

Knoxville - Neben den beiden Protagonisten des Skandalauftritts richtet sich die Klage auch gegen die Sender CBS und MTV, die für Ausstrahlung und Produktion der spektakulären Super-Bowl-Halbzeitshow verantwortlich waren. Nach Ansicht der Klägerin Terri Carlin und ihres Rechtsanwalts Wayne Ritchie ist es erwiesen, dass das Entblößen von Jacksons rechter Brust mit Absicht geschah. Die anstößigen Szenen seien einzig und allein auf Profit und Publikumswirkung ausgerichtet gewesen, heißt es. Dabei geht es den Klägern nicht nur um das Duett, sondern um alle Spots in der Super-Bowl-Halbzeitpause, die ebenfalls mit sexuellen Anspielungen gespickt waren.

Angaben zu einer konkreten Schadenersatzsumme fehlen in der Klageschrift, im Falle eines Erfolges wären allerdings mehr als 80 Millionen Menschen anspruchsberechtigt. Die Summe sollte allerdings nicht höher sein, "als die Einkünfte der jeweiligen Beklagten aus den vergangenen Jahren", heißt es generös.

Nach der Busen-Szene gingen bei CBS rund 200.000 Beschwerden aufgebrachter Zuschauer ein. Den bisherigen Rekord bei CBS hatte mit 80.000 Beschwerden die Fernsehschauspielerin Nicole Richie gehalten, die während der 2003 Billboard Music Awards obszöne Flüche ausstieß. Alle Beteiligten hatten sich sofort nach der Super-Bowl-Sendung offiziell entschuldigt sich und erklärt, der Vorfall sei in diesem Ausmaß nicht abgesprochen gewesen.

Jacksons entblößte Brust: "Ich liebe sie, und es sah einfach süß aus"
AP

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Für Piercing-Studios in den USA hat der Skandalauftritt dagegen eine eher erfreuliche Wirkung. Viele Kunden wollten den gleichen Brustwarzenschmuck wie der Popstars, sagten Angestellte und Inhaber verschiedener Studios. "Das hat definitiv einen Markt geöffnet", stellte Jason Price fest, der bei "Tattoo Zone" auf dem Hollywood Boulevard arbeitet. In der vergangenen Woche hätten sich mehr als doppelt so viele Kunden wie sonst nach dem Verfahren erkundigt. Eine ähnliche Entwicklung bemerkte auch Bianca Bubenik, die in New York zwei Tattoo- und Piercing-Studios besitzt. Der Silberschmuck habe sich in den letzten Tagen "wie verrückt" verkauft. Und der New Yorker Tommy Vega gab zu, dass er sich von Jackson inspirieren ließ. Er habe sich noch einmal piercen lassen, um den gleichen Schmuck wie sie zu tragen, sagte der 23-Jährige: "Ich liebe sie, und es sah einfach süß aus."

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