Nördliches Breitmaulnashorn Nola, Ikone der Tierwelt, ist tot

Trauer im Zoo von San Diego: Im Alter von 41 Jahren ist Nola, ein Nördliches Breitmaulnashorn, eingeschläfert worden. Nun sind weltweit nur noch drei Artgenossen bekannt.

AP

Der Zoo von San Diego hat eine Attraktion verloren: In dem Tierpark ist ein extrem seltenes Nashorn gestorben. Das Nördliche Breitmaulnashorn Nola wurde im Alter von 41 Jahren eingeschläfert. Zuletzt habe sich der Zustand des Tieres rapide verschlechtert, teilte der Tierpark mit. "Nola war ein ikonisches Tier, nicht nur im San Diego Zoo Safari Park, sondern weltweit", hieß es. Beim Zoopersonal war sie wegen ihres sanften Wesens und ihrer Vorliebe für ausgiebiges Rückenkratzen beliebt.

Nach Nolas Tod sind nur noch drei lebende Exemplare ihrer Art bekannt. Diese drei Nördlichen Breitmaulnashörner leben in einem Naturschutzgebiet in Kenia. Erst im Juli war in einem Zoo in Tschechien ein Nördliches Breitmaulnashorn gestorben. In der Wildnis gilt die Art seit 2008 als ausgestorben.

Nola war im Sudan zur Welt gekommen mit etwa zwei Jahren gefangen worden. Sie lebte in einem Zoo in Tschechien, ehe sie 1989 in dem berühmten kalifornischen Zoo kam. Mitte November wurde das 1800-Kilo-Tier wegen eines Hüftleidens operiert, doch hörte es danach auf zu fressen. "Ihre Pfleger hoffen, dass Nolas Vermächtnis helfen wird, die Nashörner in Zukunft zu schützen", hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Art ist beliebtes Ziel von Wilderern, die es auf die Hörner der Tiere abgesehen haben. In Asien werden dafür hohe Preise gezahlt, weil den Hörnern heilende Wirkung zugeschrieben wird. Angeblich helfen sie gegen alles - vom Kater nach durchzechten Nächten bis hin zu Krebserkrankungen.

Das Nördliche Breitmaulnashorn gilt als seltenstes Großsäugetier der Welt und als unmittelbar vom Aussterben bedroht. Es war ursprünglich in einem Gebiet vom Kongo über Uganda und den Sudan bis hinein in den Tschad verbreitet. Der Bestand des Südlichen Breitmaulnashorns liegt dagegen nach Angaben der Umweltorganisation WWF bei mehr als 20.400 Tieren.

Der Zoo in San Diego hat kürzlich sechs Südliche Breitmaulnashörner angeschafft. Sie sollen Leihmütter für Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns werden. Wissenschaftler hoffen, dass so innerhalb von zehn bis 15 Jahren ein neues Exemplar der gefährdeten Art zur Welt kommen könnte.

ulz/dpa/AFP/AP /Reuters



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