Nach sexuellem Übergriff Schwimmbad sperrt Attraktionen zeitweise für Männer

Die Betreiber eines Erlebnisbads in Norderstedt reagieren mit Verboten auf einen sexuellen Übergriff: Rutsche und Wildwasserkanal sollen in bestimmten Zeiten für Männer gesperrt sein - testweise.


Nach einem schweren sexuellen Übergriff in einem Erlebnisbad in Norderstedt wollen die Betreiber die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. Testweise sollen an bestimmten Attraktionen wie Rutsche und Wildwasserkanal Zeitfenster ausschließlich für Frauen und Kinder eingeführt werden, sagte Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek. Männer sollen in dieser Zeit nicht rutschen dürfen.

Zudem sollten mindestens drei zusätzliche Sicherheitsleute als Badegäste getarnt aufpassen. "Sie werden schwimmen, rutschen und im Liegestuhl sitzen und können so das Geschehen direkt im Blick haben."

Auch die Videoüberwachung in dem weitläufigen Erlebnisbad mit mehreren Becken soll ausgebaut werden. Unterwasserkameras seien wegen der Persönlichkeitsrechte der Badegäste nicht möglich. Mehrsprachige Schilder, auf denen die Baderegeln in verschiedenen Sprachen stehen, sollen um Piktogramme ergänzt werden.

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen zwei Flüchtlinge aus Afghanistan, einen 14- und einen 34-Jährigen. Sie stehen im Verdacht, eine 14-Jährige in dem Bad in Schleswig-Holstein vergewaltigt zu haben. Die beiden Tatverdächtigen wurden nach der Tat am Sonntagnachmittag von Sicherheitsleuten festgehalten und sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

ulz/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.