Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Nordhorn: Flüchtlinge schreiben rührende Botschaft an deutsche Helfer

Botschaft an der Pinnwand: Dankbarkeit von Flüchtlingen Zur Großansicht
DRK

Botschaft an der Pinnwand: Dankbarkeit von Flüchtlingen

"Danke an Deutschland und Danke an das deutsche Volk": In einem Flüchtlingsheim in Nordhorn hat ein Bewohner einen Brief an die Pinnwand geheftet. Auf Deutsch. Und mit einem Versprechen.

Als Rüdiger Dove am Montag im Auto saß, rührte ihn eine Nachricht fast zu Tränen, die er von Mitarbeitern auf sein Handy bekam. Der 59-Jährige arbeitet ehrenamtlich beim Roten Kreuz und leitet die Notunterkunft für Flüchtlinge im niedersächsischen Nordhorn - zwei Sporthallen, ein umgebautes Krankenhaus.

Was Dove beim Blick auf das Display sah, war das Foto eines Briefes, den ein syrischer Bewohner an die Pinnwand einer Sporthalle geheftet hatte.

"In meinem Namen und im Namen aller Araber" wolle er sich bedanken, schrieb der Mann. Der Dank gehe "an erster Stelle an alle Mitarbeiter in diesem Zentrum", aber auch an die Stadt Nordhorn und "an den großartigen Staat Deutschland". Es ist eine Eloge in fünf Absätzen auf die deutsche Gesellschaft, auf Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit.

Das Versprechen der Flüchtlinge

In Zeiten, "wo die arabischen Länder uns abgelehnt und nicht minimal versucht haben, uns ein Stück Brot und ein Glas Wasser zu bieten", da sei man in Nordhorn "vor Terroristen geschützt" worden. Noch den Kindern wolle man später erzählen, "wie Deutschland uns aufgenommen hat".

Und in den Zeilen steckt eine Zusage: "Wir versprechen es, die Regeln zu befolgen und Deutschland als eine zweite Heimat zu sehen." Der Brief gipfelt in dem Satz: "Danke Deutschland und Danke an das deutsche Volk und die deutsche Regierung."

Dove sagt, er kenne den Mann, er sei ruhig und hilfsbereit, vielleicht Anfang 20. Deutsch spreche er nicht. Dove vermutet, dass der Briefeschreiber eine Übersetzungshilfe im Internet genutzt hat.

Nachdem sich in der Unterkunft herumgesprochen hatte, was da angeschlagen stand, bekam der Brief rasch Zuwachs. Mit Tesafilm klebten mehrere Bewohner ein weiteres Blatt an. Sie nahmen einen Kugelschreiber. Und unterschrieben.

Forum
Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf SPIEGEL ONLINE finden Sie unter diesem Text kein Forum. Leider erreichen uns zum Thema Flüchtlinge so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Forumsbeiträge, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Deshalb gibt es nur unter ausgewählten Artikeln zu diesem Thema ein Forum. Wir bitten um Verständnis.

sms

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: