Unwetter in Nordrhein-Westfalen Starkregen setzt Wuppertal unter Wasser

Hochgedrückte Gullydeckel, umgestürzte Bäume: In Wuppertal und anderen Städten Nordrhein-Westfalens haben Unwetter erhebliche Schäden verursacht. Die Bahn musste den Zugverkehr dort teilweise einstellen.

STRINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Heftige Unwetter mit starken Regenfällen sind am Nachmittag über Nordrhein-Westfalen gezogen und haben Schäden vor allem in den Regionen Wuppertal und Aachen angerichtet.

In Wuppertal fuhren mehrere Autos gegen hochgedrückte Gullydeckel. In einem Fall löste dadurch ein Airbag aus und verletzte den Fahrer im Gesicht, wie eine Polizeisprecherin sagte. An einer Tankstelle in der Innenstadt knickte das Dach weg. Zahlreiche Straßen wurden überflutet, mehrere Bäume stürzten um.

Auch das Dach eines Universitätsgebäudes stürzte ein. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine, wie die Uni auf ihrer Webseite mitteilte. Demnach stürzten an einem Unigebäude etwa 30 bis 50 Quadratmeter des Daches ein. Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. "Nach ersten Einschätzungen ist der Ausmaß des Schadens erheblich", sagte Rektor Lambert T. Koch.

"In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am späten Nachmittag. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. Die Deutsche Bahn stellte im Raum Wuppertal den Zugverkehr ein, auch die Schwebebahn fuhr nicht mehr.

Eingestürztes Tankstellendach in Wuppertal
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Eingestürztes Tankstellendach in Wuppertal

Auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Verspätungen gab es etwa in den Regionen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Aachen sowie im Kreis Euskirchen. Auch im Raum Hilden warteten die Züge zeitweise an Bahnhöfen. Bei Nettersheim in der Eifel wurde die Autobahn 1 überschwemmt. Zeitweise wurde die Fahrbahn in Richtung Blankenheim gesperrt.

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Abbruch der Solinger Gedenkveranstaltungen

In Solingen wurde wegen des Unwetters der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Solinger Brandanschlags abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter den Bäumen gesucht. Sie waren danach aber von den Veranstaltern in deutscher und türkischer Sprache zum Verlassen des Ortes aufgefordert worden.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil von Aachen fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte. In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten.

Der DWD hatte seit dem Nachmittag immer wieder mit amtlichen Warnungen auf die Gefahren durch die Gewitter hingewiesen. Mit einem Abklingen rechnet ein DWD-Experte erst für die Nacht zum Mittwoch.

bbr/dpa



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