Norovirus in Wiesbaden: Infizierte Schiffspassagiere dürfen nach Hause

Das Drama um eine rätselhafte Viruserkrankung auf einem Hotelschiff in Wiesbaden ist beendet. Die infizierten Passagiere wurden am Sonntag mit dem Bus zurück nach Köln gebracht. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass es sich bei dem Erreger um das Norovirus handelte.

Einsatzkräfte am Samstag: Die "MS Bellriva" muss noch desinfiziert werden Zur Großansicht
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Einsatzkräfte am Samstag: Die "MS Bellriva" muss noch desinfiziert werden

Wiesbaden - Die infizierten Passagiere eines Rhein-Kreuzfahrtschiffs haben am Sonntag von Wiesbaden aus in Bussen die Heimreise nach Köln angetreten. Dort hätten sie eigentlich bereits einen Tag früher mit dem Flusskreuzfahrtschiff "MS Bellriva" ankommen sollen. In der Nacht zum Samstag waren allerdings 72 der insgesamt 190 Menschen an Bord an einer zunächst rätselhaften Infektion erkrankt. Später stellte sich heraus, dass es sich um das Norovirus handelte.

Auch die gesunden Gäste reisten am Sonntagmorgen ab. Dem Schiff wurde die Weiterfahrt hingegen zunächst untersagt, bis es gründlich gereinigt und desinfiziert ist.

Das örtliche Gesundheitsamt hatte das Schiff am Samstag zunächst unter Quarantäne gestellt, da nicht klar war, um welches Virus es sich handelte. Viele der vornehmlich älteren Passagiere litten nicht nur unter Brechdurchfall, sondern auch unter starken Kreislaufproblemen. Vier von ihnen mussten in ein Krankenhaus, die restlichen wurden an Bord von Ärzten und Sanitätern versorgt.

Nachdem die Experten in den Horst-Schmidt-Kliniken das nicht lebensbedrohliche Norovirus als Krankheitsauslöser identifiziert hatten, war die Quarantäne am Samstagnachmittag wieder aufgehoben worden.

Das Auffinden des Norovirus sei keine Überraschung gewesen, sagte der ärztliche Leiter des Wiesbadener Gesundheitsamts, Holger Meireis. "Diesen Erreger kennen wir aus Senioreneinrichtungen, Kitas und auch auf Schiffen." Die Spezies sei hartnäckig und könne anders als die meisten Viren stundenlang auf Türklinken und Geländern überleben.

stk/dpa/dapd

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1. optional
intoxic8ed 09.12.2012
verstehe. ein norovirus. wie kommt denn der dahin?
2. Quelle?
kalzifer 09.12.2012
Und woher kommt das Norovirus? Wurden denn die Trinkwassertanks untersucht? Dass gerade auf Schiffen häufig ein Ausbruch der Krankheit stattfindet ist nicht nur auf die räumliche Enge zurückzuführen. Sonst müsste das Norovirus nämlich auch in Schulen und öffentlichen Einrichtungen ständig ausbrechen - denn auch dort gibt es Türklinken, auf denen Erreger überleben können. Vielmehr vermute ich die Ursache in den Trinkwassertanks der Schiffe. Das Norovirus vermehrt sich besonders gerne im Trinkwasser, und wird manchmal auch über verseuchte Mineralwasserflaschen verteilt. Leider finden hier regelmässig keine Untersuchungen statt! Die Verbreitung von Keimen über Türklinken in Krankenhäusern liesse sich sehr leicht vermeiden, wenn die Türklinken aus Kupfer oder Messing hergestellt wären, denn darauf stirbt jeder Keim sehr schnell ab.
3.
mrsa 09.12.2012
[QUOTE=kalzifer;11520206Vielmehr vermute ich die Ursache in den Trinkwassertanks der Schiffe. Das Norovirus vermehrt sich besonders gerne im Trinkwasser, und wird manchmal auch über verseuchte Mineralwasserflaschen verteilt. Leider finden hier regelmässig keine Untersuchungen statt!.[/QUOTE] Ohne Wirtszelle vermehrt sich ein Virus kein Stück. Aber vielleicht meinen Sie Legionellen, die zu den Bakterien gehören. Diese fühlen sich in der Warmwasserbereitung (20°C-50°C) gelegentlich pudelwohl. Wegen diesen gibts allerdings eine ganze Bandbreite an gesetzlichen Vorschriften, angefangen bei den Materialien der Rohrleitungen.
4. Vermehrung Noroviren
kalzifer 09.12.2012
Zitat von mrsaOhne Wirtszelle vermehrt sich ein Virus kein Stück. Aber vielleicht meinen Sie Legionellen, die zu den Bakterien gehören. Diese fühlen sich in der Warmwasserbereitung (20°C-50°C) gelegentlich pudelwohl. Wegen diesen gibts allerdings eine ganze Bandbreite an gesetzlichen Vorschriften, angefangen bei den Materialien der Rohrleitungen.
Nein, mir ist der Unterschied zwischen Legionellen und Noroviren schon klar. Schauen Sie mal hier Norovirus im Trinkwasser | Experten auf Norovirus24.de (http://www.norovirus24.de/norovirus-im-trinkwasser.html) Ich habe selbst schon Noroviren in Mineralwasser gehabt, leider weigerten sich sämtliche Institute, das Wasser daraufhin zu untersuchen. Die Symptome waren jedoch eindeutig und unter Bekannten reproduzierbar. Und nein, es war auch nicht das Rotavirus, die Aggressivität des Norovirus ist schon eindeutig erkennbar.
5. Noroviren - Alarm: Trinkwasser macht krank:
wilfriedsoddemann 10.12.2012
Norovirus-Infektionen mit heftigem Brechdurchfall werden allein durch Fäkalien entweder in Lebensmitteln oder im Trinkwasser ausgelöst, bevor sie sekundär übertragen werden können, besonders augenfällig in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten. In unseren Gewässern, auch im Grundwasser, kommen Viren vor. Wasserwerke können Viren regelmäßig nicht filtern. Kaltes Wasser konserviert ansteckende Viren. Offensichtlich folgen die Norovirus-Infektionen jedes Jahr streng dem Verlauf der Kälte im Wasser und in den Wasserleitungen. Unsere Lebensmittel haben das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Das Trinkwasser nicht. Es hat sein Temperaturminimum im Februar/März. Also muss das Trinkwasser die Norovirus-Infektionen auslösen! Unsere Wasserwerke müssen so nachgerüstet werden, dass auch Viren abgefiltert werden.
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