Feuer in Norwegen Kameradrohnen sollen Löscharbeiten aus der Luft behindert haben

Das Städtchen Lærdalsøyri in Norwegen ist in der Nacht von einer Feuersbrunst überrascht worden. Hunderte Einwohner mussten aus dem denkmalgeschützten Zentrum evakuiert werden. Der Einsatz eines Hubschraubers wurde laut der Polizei durch zahlreiche Kameradrohnen verzögert.

AFP

Oslo - Ein Großbrand hat in der Nacht auf Sonntag Teile einer norwegischen Kleinstadt zerstört. Das Feuer war aus bislang ungeklärter Ursache in Lærdalsøyri in der Gemeinde Lærdal im Westen Norwegens ausgebrochen. Mindestens 30 Gebäude wurden zerstört, darunter Industriegebäude, Gemeindezentren, Ferienhäuser und 16 Wohnhäuser.

Die Polizei evakuierte Hunderte Menschen aus dem Zentrum des 1200-Einwohner-Städtchens an einem Seitenarm des Sognefjords. Mindestens 90 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden, sagt Terje Ulvedal von der Gesundheitsbehörde. Das berichtet die norwegische Zeitung "Bergens Tidende" auf ihrer Webseite.

Viele Einheimische halfen bei den Rettungsarbeiten, die Einsatzkräfte mussten jedoch auf die Hubschrauber der Feuerwehr warten. Die Polizei sagte zur Zeitung "VG", dass die Ankunft eines der Helikopter sich verzögert hat: Es seien zu viele Kameradrohnen in der Luft gewesen, die vermutlich für Medien Bilder aus der Luft aufnahmen.

"Wer Drohnen nutzt, sollte sie jetzt hier wegbringen", sagte Polizeisprecher Nils Erik Eggen der Zeitung. "Sie können eine Gefahr für die Hubschrauber sein." Wie viele Kameradrohnen unterwegs waren, konnte die Polizei nicht angeben. "VG" zeigt auf seiner Webseite selbst eine Videoaufnahme aus der Luft.

Die Altstadt von Lærdalsøyri ist für ihre historischen Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert - darunter auch eine Stabkirche - bekannt und steht auf der Unesco-Weltkultureerbeliste. Sie wird daher von Touristen viel besucht. Mindestens drei der denkmalgeschützten Gebäude wurden zerstört.

Das Feuer war am Sonntagmorgen noch nicht unter Kontrolle, sagte der Polizeibeamte Odd Arne Solvag der norwegischen Nachrichtenagentur NTB. Starker Wind und ein Stromausfall behinderten die Feuerwehr. Noch ist die Ursache des Brands nicht bekannt, der in der Nacht ausbrach und sich schnell ausgebreitet hat.

abl/dpa/AP

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