Notstand ausgerufen Russische Insel meldet "Invasion" aggressiver Eisbären

Die sibirische Insel Nowaja Semlja wird derzeit von hungrigen Besuchern heimgesucht: 52 Eisbären tauchen regelmäßig in einem Dorf auf - und sollen sogar Menschen jagen.

Getty Images/ iStockphoto


Wegen einer "Invasion" aggressiver Eisbären haben die Behörden der sibirischen Arktis-Insel Nowaja Semlja den Notstand ausgerufen. Dutzende Bären seien in Wohnhäuser und öffentliche Gebäude eingedrungen, hieß es zur Begründung. Seit Dezember patrouillieren Soldaten in den Straßen - allerdings ohne den gewünschten Effekt. Der Lärm und das Licht der Militärfahrzeuge und die eingesetzten Hunde beeindruckt die Bären anscheinend nicht mehr.

Regionale Behörden setzten deshalb einen Hilfsappell ab. Eine Abordnung von Experten wollte sich auf den Weg zu der Insel mit ihren rund 3000 Einwohnern machen, auf der sich russische Luftstreitkräfte und Luftverteidigungstruppen befinden.

Eisbären dürfen in Russland nicht erlegt werden

Eine Genehmigung zur Erschießung der Bären wurde zunächst nicht erteilt. Eisbären gehören zu den gefährdeten Tierarten und dürfen in Russland nicht erlegt werden. Die für Nowaja Semlja zuständigen Regionalbehörden in Archangelsk erklärten allerdings, sollten alle anderen Mittel fehlschlagen, könne das Erschießen der Tiere nicht mehr ausgeschlossen werden.

In einem örtlichen Bericht an die Regionalbehörden hieß es, seit dem vergangenen Dezember seien 52 Polarbären regelmäßig in Beluschja Guba, der Hauptsiedlung der Insel, aufgetaucht. Einige von ihnen hätten Menschen angegriffen. Eltern hätten Angst, ihre Kinder zum Kindergarten oder in die Schule gehen zu lassen.

Eisschmelze in der Arktis mögliche Ursache

Einige Bären würden Menschen "regelrecht jagen", sagte der Chef der örtlichen Behörde, Schiganscha Musin. Er lebe seit 1983 auf der Insel, aber einen Einmarsch so vieler Bären habe er noch nie erlebt.

Die beschleunigte Eisschmelze in der Arktis infolge des Klimawandels führt dazu, dass Eisbären sich länger an Land aufhalten. Dort liefern sie sich einen Wettstreit um Nahrung.

ene/AFP

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insgesamt 38 Beiträge
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michaellöffler 09.02.2019
1. Strahlung
Den Eisbären täte es gut diese Insel nicht zu besuchen den die war Atombomben Test Gelände auf der unteranderem die ZAR-Bombe abgeworfen wurde und mehrere Atombomben https://de.wikipedia.org/wiki/Nowaja_Semlja
shivas88 09.02.2019
2. Nix zu fressen
Was sollen die Tiere denn anderes machen? Wenn aufgrund der warmen Temperaturen keine Eisdecke mehr für die Robbenjagd entsteht, gibt es zwei Möglichkeiten: Verhungern oder in den Dörfern was zum Fressen suchen. So oder so endet es für sie tödlich...
carnicle 09.02.2019
3. Der ganze Lebensraum der Tiere wird Stück für Stück kaputt gemacht.
Alles wird zerstört. Die Tiere haben keinen Lebensraum mehr. Die haben Hunger. Was würden wir machen.
charlybird 09.02.2019
4. Ja denn,
Zitat von michaellöfflerDen Eisbären täte es gut diese Insel nicht zu besuchen den die war Atombomben Test Gelände auf der unteranderem die ZAR-Bombe abgeworfen wurde und mehrere Atombomben https://de.wikipedia.org/wiki/Nowaja_Semlja
muss man das den Eisbären ja nur mitteilen und auch ein paar Warnhinweise anbringen, vielleicht haben ja einige von ihnen bereits Lesen gelernt.
memyselfeandi 09.02.2019
5. Jagd
„Die beschleunigte Eisschmelze in der Arktis infolge des Klimawandels führt dazu, dass Eisbären sich länger an Land aufhalten. Dort liefern sie sich einen Wettstreit um Nahrung.“ Jetzt? Im Arktischen Winter?
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