Islamismus Früherer V-Mann "Heino" erhebt Vorwürfe gegen Verfassungsschutz

Ein ehemaliger V-Mann des NRW-Verfassungsschutzes kritisiert nach SPIEGEL-Informationen den Dienst. Er sei nicht ausreichend geschützt und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt worden, moniert der Informant.

V-Mann "Heino"
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Der Geheimdienst nannte ihn "Heino", er galt als erfolgreicher Informant in der salafistischen Szene Nordrhein-Westfalens. Doch der ehemalige V-Mann erhebt inzwischen schwere Vorwürfe gegen den NRW-Verfassungsschutz.

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Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, beschwerte sich der Informant Lawrence L. über erhebliche Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung seiner Honorare. Auch sei er nicht ausreichend geschützt und gesundheitlichen Risiken ausgesetzt worden, schrieb der Ex-Student aus Köln 2017 den Ermittlern der Sonderkommission "Eiba" im Düsseldorfer Landeskriminalamt. In einer E-Mail an den Generalbundesanwalt beklagte er sich: "Ich habe mehr Sorge vor Repressalien bzw. Rufmordkampagnen seitens bestimmter Mitarbeiter der Landesbehörde, denn vor islamischen Terroristen." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

L. wurde mehr als acht Jahre lang auf die salafistische Szene angesetzt, unter anderem auf die Dschihadisten Rachid und Khalid B. Die Brüder, die sich derzeit wegen der Mitgliedschaft in der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten müssen, bestreiten die Vorwürfe.

Lawrence L. ist Zeuge in dem Verfahren. Die Verteidiger der Angeklagten haben erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit des V-Mannes. Das NRW-Innenministerium wollte den Vorgang aus Gründen des Geheimschutzes nicht kommentieren.

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