Ochsenrennen in Bayern "Follow the Lederhosen"

Was machen die "crazy germans" da schon wieder? Setzen sich auf Ochsen und reiten um die Wette. Das tierische Rennen im bayerischen Münsing ist für die Teilnehmer eine große Gaudi. Und für die ausländische Presse erst recht.

DPA

Münsing - Die Olympischen Spiele, die Fußball-Weltmeisterschaft, das Ochsenrennen von Münsing - die wirklich großen Sportereignisse finden nur alle vier Jahre statt. An diesem Wochenende war es in Bayern wieder so weit: 8000 Zuschauer wollten sich das Ochsenrennen nicht entgehen lassen.

Die Stars des Wettkampfes sind natürlich die Tiere, die auf Namen wie "Obama", "Bot-Ox", "Effendi" und "Bertl" hören - oder auch nicht. Denn zum Charme der Veranstaltung gehört es, dass die Reiter sich in ihrem traditionellen Outfit nicht immer auf dem Rücken der Ochsen halten können. Sogar Groupies werden gesichtet: Ein junge Frau hielt ein Plakat mit der Aufschrift "Effendi, ich will ein Rind von dir" in die Luft.

Das macht die Wettkämpfe auch für die ausländische Presse interessant. Selbst die "Washington Post" und das Fernsehen in Dubai hätten schon berichtet, heißt es nicht ohne Stolz in der "Süddeutschen Zeitung".

Vor allem im englischsprachigen Raum sorgt das Rennen für Amüsement - steht es doch stellvertretend für eine Seite der Deutschen, die den Briten und Amerikanern nie so ganz geheuer sein wird. "Follow the Lederhosen", heißt es beim US-Blog The Daily Beast, das eine Aufnahme des Rennens zum "Fotos des Tages" erklärt hat. "Going Hell for Leather", fasst die "Daily Mail" das Rennen zusammen.

Tierschützer haben allerdings auch etwas auszusetzen an derartigen Veranstaltungen. Aus ethischer Sicht sei diese Art der Volksbelustigung nicht zulässig, hieß es vor zwei Jahren, als auch in Norddeutschland ein Ochsenrennen stattfand. Eine besondere Pointe konnte sich dann auch die "Daily Mail" nicht verkneifen: Nach dem Ochsenrennen wird beim Ochsenball auch Rinderbraten serviert.

hut



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