Österreich Hubschrauber kracht in Sportflugzeug

Beim Zusammenstoß von zwei Flugzeugen über einem österreichischen Skigebiet sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei kollidierte ein Transporthubschrauber einer schweizerischen Firma mit einem österreichischen Kleinflugzeug.


Salzburg - Bei dem Unfall sind bis zu acht Menschen ums Leben gekommen. Darunter ist auch ein Deutscher, bestätigte die Schweizer Firma Helog, für die der Hubschrauber unterwegs war. Nach Angaben der Firma befanden sich neben dem Deutschen fünf Schweizer und ein Franzose in dem Hubschrauber. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA berichtet, hält die Betriebsfirma ein technisches Versagen als Unfallursache für höchst unwahrscheinlich.

Wrackteile liegen unweit der Unfallstelle: Das Unglück ereignete sich nahe Zell am See
AP

Wrackteile liegen unweit der Unfallstelle: Das Unglück ereignete sich nahe Zell am See

Das Flugzeugunglück ereignete sich heute Vormittag über der Skiregion Schmittenhöhe nahe Zell am See im österreichischen Bundesland Salzburg. Die Flugzeuge stürzten unweit der Bergstation Areitbahn neben der Piste in ein Waldstück. Ein Wrack ging in Flammen auf.

In dem Kleinflugzeug befand sich laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA nur der Pilot. Ein Sprecher des Roten Kreuzes wird mit den Angaben zitiert, in dem Hubschrauber des Typs Puma hätten sich sieben Menschen befunden. Die Polizei bestätigte diese Angaben nicht. Es sei noch unklar, wie viele Insassen sich in den abgestürzten Maschinen befanden. Ebenso ungeklärt sei, wie es zu der Kollision gekommen sei.

Kurz vor 11 Uhr war am Flugplatz Zell am See das Flugzeug des Typs Katana Richtung Lienz in Osttirol gestartet. Im Cockpit befand sich der Pilot aus Osttirol, andere Passagiere hätten sich nicht in der Maschine befunden, sagte ein Sprecher des Flughafens Zell am See.

Kurz darauf sei aus dem Raum Kaprun von einem Hubschrauber ein Funkspruch eingegangen, dass dieser Richtung Norden den Luftraum durchqueren wolle. Der Hubschrauber der schweizerischen Firma Helog hatte laut APA ein 1800 Kilogramm schweres Kraftwerksteil zum Kraftwerk Kaprun Oberstufe geliefert. Auf dem Rückflug nach Bayern sei es auf dem Parkplatz der Gletscherbahnen gelandet. Kurz nach dem Start kam es zu dem Zusammenstoß.

"100 Meter weiter unten, und es hätte uns erwischt"

Mehrere Augenzeugen beobachteten von der Terrasse der österreichischen Schoberalm-Gastwirtschaft aus das Unglück. "Vier deutsche Gäste schrien plötzlich auf", berichtete Sylvia Obermüller der dpa am Telefon. Zusammen mit einer früheren Arbeitskollegin beobachtete die Köchin dann selbst, wie das Sportflugzeug und der Hubschrauber bei Zell am See in der Luft zusammenprallten.

"Es gab eine Explosion, und ich habe gesehen, wie das Flugzeug in den Wald stürzte und Teile durch die Luft flogen", schilderte die 31-Jährige. "Das Ganze passierte nur wenige hundert Meter von der Seilbahn entfernt kurz vor der ersten Mittelstation."

Sylvia Obermüller rief sofort von ihrem Handy aus den Rettungsdienst an. "Es war genau 10.48 Uhr, und nur fünf Minuten später war der erste Rettungshubschrauber hier", sagte sie. "Meine Kollegin und ich hatten noch Glück im Unglück. 100 Meter weiter unten, und es hätte uns erwischt."

jjc/dpa/AP



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