Österreichische Alpen Höhlenforscher verunglückt in Jack-Daniel's-Höhle

Ein polnischer Forscher hat sich in der Jack-Daniel's-Höhle in den österreichischen Alpen schwer verletzt. Bergretter sind auf dem Weg zu dem Mann - bis er an die Oberfläche gebracht wird, könnte es Tage dauern.

DPA/BERGRETTUNG SALZBURG

Abtenau - In einer Höhle im österreichischen Tennengebirge ist ein polnischer Forscher verunglückt. Der Mann stürzte laut Bergrettung in der sogenannten Jack-Daniel's-Höhle bei Salzburg in etwa 250 Metern Tiefe mehrere Meter ab und verletzte sich an Oberschenkel und Becken schwer.

Ein Teil seiner fünfköpfigen Begleitgruppe sei bei dem Verletzten geblieben, hieß es. Nach Angaben der Einsatzkräfte kann es Tage dauern, bis der Mann geborgen ist. Zeit könnte vor allem kosten, die Höhle in etwa 60 Metern Tiefe mit Akkubohrern, Hämmern und Meißeln zu erweitern, damit eine Trage hindurchpasse, sagte Gernot Salzmann von der Salzburger Höhlenrettung.

Ein Voraustrupp der Bergrettung war bereits in den Morgenstunden aufgestiegen, eine zweite Gruppe machte sich später auf den Weg. Insgesamt sind rund 80 Rettungskräfte im Einsatz.

Am Abend sollte ein Arzt bei dem verletzten polnischen Forscher ankommen. Dieser sollte entscheiden, wann der Mann zurück an die Oberfläche gebracht werden könnte. Der Eingang zur Jack-Daniel's-Höhle liegt auf rund 2100 Metern im Salzburger Tennengebirge. Mit etwa zehn erforschten Kilometern gehört sie zu den 35 längsten Höhlen der Alpenrepublik.

Im Juni war der verletzte Höhlenforscher Johann Westhauser in einer aufwendigen und dramatischen Rettungsaktion aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden gerettet worden. Der 52-Jährige war durch einen Steinschlag in rund tausend Metern Tiefe am Kopf verletzt worden. An seiner Rettung waren Experten aus fünf Ländern beteiligt, sie dauerte insgesamt elf Tage. Einige der damals beteiligten Retter sind nun erneut im Einsatz.

ulz/AFP/dpa



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