Ohio: Grizzlys und Löwen entkommen aus Privatgehege

Etwa 50 wilde Tiere haben in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Ohio Alarm ausgelöst. Grizzlybären, Löwen und Orang Utans wurden aus einem Privatgehege freigelassen. Die Polizei sperrte Straßen und ging mit Gewehren auf die Jagd.

Zanesville, Ohio: Alarm in der Kleinstadt Fotos
AP

Zanesville - Löwen, Tiger und andere ausgebrochene wilde Tiere haben die Kleinstadt Zanesville im US-Bundesstaat Ohio aufgeschreckt. Die Einwohner mussten in ihren Häusern bleiben, während die Polizei die Tiere jagte. Der Besitzer eines exotischen Privatzoos war am Dienstagabend tot neben mehreren geöffneten Käfigen gefunden worden. Laut Polizei hielt der Mann knapp 50 Tiere auf seinem Grundstück, darunter auch Grizzlybären, Orang Utans und Kamele.

Schulen blieben geschlossen, zahlreiche Straßen wurden gesperrt. Laut Sheriff Matt Lutz hatte sich der Besitzer der Tiere das Leben genommen. Der Mann sei in der Vergangenheit immer wieder mit Bußgeldern belegt worden, weil er seine Tiere habe frei herumlaufen lassen, sagte der Bürgermeister von Zanesville dem Nachrichtensender CNN. Der 62-Jährige sei erst vor drei Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine einjährige Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes verbüßt haben soll.

Polizei und Mitarbeiter des Zoos aus Ohios Hauptstadt Columbus machten sich noch in der Nacht auf die Suche nach den "ausgewachsenen, großen und sehr aggressiven" Tieren. Ein Großteil der Tiere sei inzwischen erschossen oder betäubt worden, so Lutz. Der ehemalige Direktor des Zoos von Columbus, Jack Hanna, unterstützte die Behörden vor Ort. "Es ist, als wäre die Arche Noah hier gestrandet, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Lutz sprach von einer "furchterregenden Szenerie", als seine Mitarbeiter am 40 Hektar großen Reservat eintrafen und die Tiere im Dunkeln herumlaufen sahen. Teilweise hätten die Polizisten aus nächster Nähe auf die Tiere schießen müssen. Der Sheriff verteidigte diese Entscheidung: "Die Nacht brach herein, und wir konnten es nicht riskieren, diese Tiere in Freiheit zu lassen", sagte er. "Wir haben es nicht mit normalen Haustieren wie einer Katze oder einem Hund zu tun. Es geht hier um fast 140 Kilogramm schwere bengalische Tiger."

Zuvor hatte auch die Tierschutzorganisation Peta beim Landwirtschaftsministerium über die illegalen Aktivitäten des Zoobesitzers geklagt. "Das Erschießen Dutzender exotischer Tiere in Zanesville ist ein tragisches Beispiel, wie falsch Dinge laufen können, wenn Menschen erlaubt wird, wilde Tiere zu halten", teilte die Organisation nun mit.

hut/dpa/AFP

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