Oktoberfest-Anstich Es darf getrunken werden

"Oans, zwoa, g'suffa" - das Münchner Oktoberfest ist eröffnet. Oberbürgermeister Reiter gelang der traditionelle Bierfass-Anstich besser als im vergangenen Jahr.


Zwei Schläge mit dem Holzhammer, dann floss das Bier: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat am Samstag das Oktoberfest eröffnet. Mit dem traditionellen Ausruf "O'zapft is" nach dem Anstich des ersten Bierfasses begann das größte Volksfest der Welt.

Die erste Maß Bier im Schottenhamel-Festzelt reichte Reiter traditionsgemäß Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), die beiden Politiker stießen "auf eine friedliche Wiesn" an. Zwölf Böllerschüsse zeigten auch den anderen Festwirten an, dass von nun an das Bier ausgeschenkt werden darf.

Die Zahl der Schläge, die der Oberbürgermeister zum Fassanstich benötigt, wird traditionell eifrig diskutiert. Reiters Amtsvorgänger Christian Ude hatte es in dieser Disziplin zu einer gewissen Meisterschaft gebracht, während Dieter Reiter bei seinem Debüt vor einem Jahr noch vier Schläge gebraucht hatte.

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Bier-Anstich: Es darf gesoffen werden
Doch mit seinen zwei Schlägen im Jahr 2015 hat es Reiter in die Spitzengruppe im Anzapfen geschafft: "Ein unglaublich entspannter, souveräner Auftritt von Dieter Reiter", sagte Parteifreund Ude dem "Münchner Merkur".

Keine anderthalb Stunden nach dem Bieranstich versorgten Sanitäter schon den ersten Volltrunkenen. Ein etwa 50-jähriger Mann sei um 13.20 Uhr mit einer Alkoholvergiftung zu den Helfern gebracht worden, hieß es. Im vergangenen Jahr war das erste Alkoholopfer um 14.05 Uhr registriert worden.

Mehr als zehn Euro für die Maß Bier

Schon vor dem offiziellen Start wurden die ersten Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen. An den Eingängen bildeten sich Schlangen. Die ersten Wiesn-Fans waren noch im Dunkeln zum Festgelände gekommen, um einen Platz zu ergattern.

Am Vormittag waren Wiesn-Wirte und Brauerei-Mitarbeiter bei überwiegend bewölktem Himmel in einem festlichen Zug zur Festwiese gefahren. Eine Maß Bier kostet in diesem Jahr in den Zelten auf dem Festgelände an der Theresienwiese zwischen zehn und 10,40 Euro. Im Vorjahr hatte der Preis in den meisten Zelten noch knapp unter zehn Euro gelegen.

Bis zum 4. Oktober werden gut sechs Millionen Besucher erwartet. Am ersten Wochenende kann die Besucherzahl bereits auf eine Million steigen.

Das Oktoberfest steht in diesem Jahr im Zeichen der Flüchtlingskrise. Die Behörden wollen die Ströme der Wiesn-Besucher und der Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof trennen. Dort kamen aber in den vergangenen Tagen deutlich weniger Flüchtlinge an als an den Wochenenden zuvor. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat wiederholt seine Bedenken zu einem Aufeinandertreffen von Betrunkenen und Flüchtlingen während des Oktoberfests geäußert.

feb/dpa/AFP



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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
chico 76 19.09.2015
1. Herrlich,
50 Wochen darauf gewartet, endlich ist es soweit.
ford_mustang 19.09.2015
2. Schön
das es solch ein Alkoholikerfest, mit all seinen Kollateralschäden, wie Schägereien, Alkoholvergiftungen und Autounfällen, gefeiert wird. Ein Witz im Zusammenhang mit der Raucheinqisition. Und Nein, ich bin kein Antialkoholiker.
spitzaufknoof 19.09.2015
3. Bei diesen Preisen
noch von einem Volksfest zu sprechen ist echt gewagt.
cyrill3000 19.09.2015
4. Des war mal schee...
Habe wirklich keine Finanzprobleme, aber da setze ich mich lieber mit Freunden, Bier und Musik, die man auch tatsächlich ertragen kann, auf meinen Balkon. Jeder bringt etwas für eine Brotzeit mit und wir haben eine Mordsgaudi! Und wir dürfen sitzen bleiben, so lange wie wir mögen... ?
michel-watcher 19.09.2015
5. Hochkultur
Ja, beim Oktoberfest zeigt sich unsere Hochkultur von seiner besten Seite! Und in Anbetracht der Tatsache, dass der Wiesn- Hype nun auch in Japan, USA und anderen, ebenfalls hoch entwickelten Ländern Nachahmung findet, zeigt, auf welch gutem Weg wir sind! Ja, die Menschheit entwickelt sich stetig weiter, welch ein Trost!!! Dann kann ja nix mehr schiefgehen... Prost!
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