Bürgerbegehren zum Oktoberfest Verein will Preis für die Maß auf 7,10 Euro deckeln

Dem Anstieg der Getränkepreise auf dem Oktoberfest soll Einhalt geboten werden. Der Verein gegen betrügerisches Einschenken plant ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, dass ein Liter nicht mehr als 7,10 Euro kosten darf. Ein Vertreter der Wiesnwirte reagierte mit Spott.

Maßkrug mit Bier: "Warum fordern Sie nicht gleich Freibier für alle?"
dapd

Maßkrug mit Bier: "Warum fordern Sie nicht gleich Freibier für alle?"


München - In Deutschland findet sich ja für ziemlich alles ein Verein. So gibt es auch den Verein gegen betrügerisches Einschenken, der gerade zu einem ganz großen Schlag ausgeholt hat: Er plant ein Bürgerbegehren für eine Preisobergrenze für die Maß Bier auf dem Oktoberfest.

"Angestrebt wird eine Preisobergrenze von 7,10 pro Liter für alle Getränke", sagte Vereinspräsident Jan-Ulrich Bittlinger. Pro Jahr soll lediglich eine Preiserhöhung um 15 Cent möglich sein, jeweils zum 1. September.

Der Verein will sein Vorhaben noch vor Beginn des diesjährigen Oktoberfestes am 22. September starten. Ziel ist, insgesamt rund 30.000 bis 40.000 Unterschriften zu sammeln. Damit will er vor der Wahl des Münchner Oberbürgermeisters 2014 Druck auf die Politik ausüben. "Für die Stadt München wäre es durchaus möglich, eine solche Obergrenze festzulegen", sagte Bittlinger, dessen Verein rund 4000 Mitglieder vertritt.

"Warum nicht gleich Freibier?"

Widerspruch kam von einem Sprecher der Stadt München. Die Bierpreise würden alleine von den Wirten festgelegt, deswegen habe die Verwaltung keinerlei Einfluss auf die Preisgestaltung. Die Stadt würde allenfalls in einem Fall von Wucher einschreiten.

Mit Spott reagierte der Sprecher der Wiesnwirte, Toni Roiderer, auf die Ankündigung eines Bürgerbegehrens: "Warum fordern diese Leute eine Preisobergrenze von 7,10 Euro? Warum fordern Sie nicht gleich Freibier für alle auf dem Oktoberfest?" Roiderer bezeichnete den Vorstoß des Vereins als "reinen Populismus". Die Wirte müssten für den Zeltbetrieb auf dem Oktoberfest einen Millionenaufwand betreiben. Diese Kosten seien nur zu refinanzieren, "wenn wir hohe Umsätze machen können".

Der Preis für einen Liter Bier auf der Wiesn nähert sich derzeit der Zehn-Euro-Marke. In diesem Jahr sollen Besucher für eine Maß zwischen 9,10 und 9,50 Euro zahlen.

Die Wiesn gilt als größtes Volksfest der Welt. Im vergangenen Jahr kamen 6,9 Millionen Besucher. In diesem Jahr werden zum 179. Oktoberfest vom 22. September bis 7. Oktober rund 6,5 Millionen Gäste erwartet.

siu/dapd



insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Gebetsmühle 07.09.2012
1. unnötig
Zitat von sysopdapdDem Anstieg der Getränkepreise auf dem Oktoberfest soll Einhalt geboten werden. Der Verein gegen betrügerisches Einschenken plant ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, dass ein Liter nicht mehr als 7,10 Euro kosten darf. Vertreter der Stadt München und der Wiesnwirte sind empört. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,854541,00.html
wer auf der wiesn ein bier trinkt und ein hendl in sich rein stopft, der ist selbst schuld. das ist der markt. natürlich sind 10 euro für eine schlecht eingeschenkte 2/3-maß eine unverschämtheit, aber offenbar wirds immer noch bezahlt. mein tipp: für 10 euro einen kasten fränkisches bier kaufen und in den englichen garten sitzen. ist 1000mal besser und schöner dort!
niska 07.09.2012
2.
Zitat von sysopdapdDem Anstieg der Getränkepreise auf dem Oktoberfest soll Einhalt geboten werden. Der Verein gegen betrügerisches Einschenken plant ein Bürgerbegehren mit dem Ziel, dass ein Liter nicht mehr als 7,10 Euro kosten darf. Vertreter der Stadt München und der Wiesnwirte sind empört. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,854541,00.html
Ich würde gerne 71 € pro Maß zahlen, dann wäre es heuer wenigstens weniger überlaufen in den Zelten.
dale_gribble 07.09.2012
3.
Zitat von Gebetsmühlewer auf der wiesn ein bier trinkt und ein hendl in sich rein stopft, der ist selbst schuld. das ist der markt. natürlich sind 10 euro für eine schlecht eingeschenkte 2/3-maß eine unverschämtheit, aber offenbar wirds immer noch bezahlt. mein tipp: für 10 euro einen kasten fränkisches bier kaufen und in den englichen garten sitzen. ist 1000mal besser und schöner dort!
Ein sehr grosser Anteil trinkt und isst auf 'Werbungskosten' bzw. wird auf 'Werbungskosten' von irgedwelchen Firmen eingeladen. Ich schliesse mich da nicht aus. Ich habe noch nie fuer einen Oktoberfestbesuch bezahlt.
niska 07.09.2012
4.
Zitat von Gebetsmühlewer auf der wiesn ein bier trinkt und ein hendl in sich rein stopft, der ist selbst schuld. das ist der markt. natürlich sind 10 euro für eine schlecht eingeschenkte 2/3-maß eine unverschämtheit, aber offenbar wirds immer noch bezahlt. mein tipp: für 10 euro einen kasten fränkisches bier kaufen und in den englichen garten sitzen. ist 1000mal besser und schöner dort!
Was ist das denn für ein Tipp? Es gibt genügend hervorragende Münchner Biere, bei den sechs Großen vom Augustiner angeführt. Und es gibt auch einige Stellen in München, die sind schöner als der Englische Garten.
eigene_meinung 07.09.2012
5. Von mir aus
kann das Bier auch noch viel teurer sein. Es wird sowieso zu viel gesoffen - mit all den schlimmen Folgeerscheinungen. Viel wichtiger wäre, dass es bezahlbare nichtalkoholische Getränke gäbe, damit man auch wieder mal einen Familienausflug zum Oktoberfest machen könnte.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.