Oktoberfest: Weniger Gäste - mehr Bier

Dirndl, Bier und Lederhosen: Das Oktoberfest ist dieses Wochenende traditionsgemäß gestartet. Zwar kamen zum Auftakt weniger Besucher als in früheren Jahren - diejenigen, die da waren, aßen und tranken dafür mehr.

Oktoberfest 2012: Dekolletés unterm Regenschirm Fotos
DPA

München - Etwas ruhiger als 2011 ist das Oktoberfest in München in diesem Jahr gestartet. Grund dafür dürfte unter anderem das miese Wetter gewesen sein. So hatten Polizei und Rettungskräfte am ersten Wiesn-Wochenende nicht so viel zu tun wie im Vorjahr. So mussten am Eröffnungstag auf der Wiesn-Sanitätsstation laut Rotem Kreuz "deutlich weniger" Patienten versorgt werden. Vor allem aufgrund der niedrigeren Temperaturen habe es weniger Herz- und Kreislaufbeschwerden gegeben. Auch die Polizei sprach von geringfügig weniger Einsätzen als im Vorjahr. Vor allem mit kleineren Streitigkeiten und Diebstählen habe man es zu tun gehabt. Ebenfalls "sehr zufrieden mit dem Auftakttag" äußerte sich die Bundespolizei.

Mit nur zwei Schlägen auf den Zapfhahn des ersten Fasses und dem traditionellen Ruf "O'zapft is" hat Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) das 179. Oktoberfest am Samstag eröffnet. "Ich möchte, dass es eine friedliche Wiesn wird und dass das Wetter noch besser wird", sagte Ude. Nach dem verregneten Samstag herrschte am Sonntag dann auch strahlender Sonnenschein.

Die Stadt München geht von 850.000 Gästen allein am ersten Wochenende aus. In früheren Jahren waren es jedoch eher eine Million. Trotzdem wurde praktisch genauso viel Bier getrunken und genauso viel gegessen wie sonst: knapp eine Million Maß Bier und neun Ochsen.

Bereits zum sechsten Mal gelang Ude der Anstich um Punkt 12 Uhr mit nur zwei Schlägen. "Es macht so viel Spaß, dass man sich daran gewöhnen kann", sagte er. Doch 2013 wird der Oberbürgermeister wohl das letzte Mal den Anstich machen, weil 2014 in München ein neuer OB gewählt wird und Ude nicht mehr antreten darf. Die erste Maß überreichte Ude traditionell dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), den der designierte SPD-Spitzenkandidat Ude bei der Landtagswahl im kommenden Jahr herausfordern will.

Knapp 10.000 Teilnehmer beim Trachten- und Schützenzug

Vor dem Fassanstich am Samstag waren die Wiesn-Wirte beim traditionellen Einzug zum Festgelände durch die Münchner Innenstadt zur Theresienwiese marschiert. Am Sonntag dann der traditionelle Trachten- und Schützenzug. An dem rund sieben Kilometer langen Umzug durch die Innenstadt wirkten fast 10.000 Mitglieder von Trachten- und Brauchtumsgruppen aus vielen Bundesländern und anderen europäischen Ländern wie Italien, Österreich und der Schweiz mit. Zum Umzug gehören neben den prachtvollen Gespannen der Münchner Brauereien mehr als 40 festlich geschmückte Wagen.

Die Maß kostet bis zu 9,50 Euro

Bierliebhaber müssen auf der Wiesn indes wieder tiefer in die Tasche greifen. Der Liter kostet zwischen 9,10 und 9,50 Euro. Auf dem Oktoberfest 2011 hatten die rund 6,9 Millionen Besucher 7,9 Millionen Maß Bier getrunken sowie mehr als 522.000 Brathendl, knapp 125.000 Schweinswürstl, 69.900 Schweinshaxn sowie 118 ganze Ochsen verzehrt.

In diesem Jahr werden allerdings nur rund 6,5 Millionen Menschen erwartet, da fast zeitgleich auf dem Südteil der Theresienwiese das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) stattfindet. Die Veranstalter sprechen daher auch von der "Kleinen Wiesn".

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