Olympische Spiele in London: Pannen in Heathrow schüren Angst vor Terrorattacken

Kurz vor den Olympischen Spielen in London wächst die Sorge um die öffentliche Sicherheit. Mehrere Terrorverdächtige sollen in den vergangenen Tagen unerkannt die Passkontrolle am Flughafen Heathrow passiert haben. Es wäre nicht die erste Panne im Sicherheitskonzept der Großveranstaltung.

Olympische Spiele in London: Pannen im Sicherheitskonzept Fotos
DPA

London - Am Flughafen Heathrow soll es laut einem Pressebericht erhebliche Sicherheitslücken geben. So seien in den vergangenen Wochen mehrere Terrorverdächtige an der Passkontrolle nicht erkannt und einfach durchgewunken worden, berichtet die britische Sonntagszeitung "Observer".

Um während der Olympischen Spiele lange Wartezeiten bei den Grenzkontrollen zu vermeiden, würden zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, zitiert das Blatt einen leitenden Beamten, der anonym bleiben möchte. Diese Mitarbeiter seien aber häufig zu unerfahren. Sie hätten zu wenig Zeit, sich einzuarbeiten, sagte der Beamte.

Deshalb seien allein während seiner Schichten seit Anfang Juli mindestens drei Terrorverdächtige durchgewunken worden, ohne sie den zuständigen Sicherheitskräften zu melden. Der "Observer" zitiert einen weiteren Mitarbeiter der Behörde, der von fünf Fällen allein an einem einzigen Tag sprach. "Wenn sie einmal drinnen sind, weiß man nicht, wohin sie weiterreisen werden", sagte der Beamte.

Eigentlich müssen die Grenzbeamten sofort spezialisierte Anti-Terror-Kräfte einschalten, sobald Passagiere auftauchen, die auf einer Verdächtigenliste des Innenministeriums stehen.

Die Pannen sind nicht die einzigen Sicherheitsprobleme bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Vor wenigen Tagen musste die private Sicherheitsfirma G4S einräumen, dass sie das nötige Aufgebot an Wachleuten nicht stellen kann. Am Samstag entschuldigte sich Unternehmenschef Nick Buckles für das Versagen: "Wir räumen ein, dass wir die Aufgabe unterschätzt haben, das Personal für die Olympischen Spiele bereitzustellen", sagte er der BBC. Er bedauere dies "zutiefst".

G4S sollte für die am 27. Juli beginnenden Spiele in London eigentlich 10.400 Sicherheitskräfte zur Verfügung stellen. Nun muss die britische Armee mit 3500 zusätzlichen Soldaten anrücken. Insgesamt sind bei den Olympischen Spielen rund 40.000 Soldaten, Polizisten, private Sicherheitsleute und Freiwillige im Einsatz.

Die Angst vor einem Terroranschlag ist groß. Der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI 5, John Evans, hatte die Olympischen Spiele kürzlich als "attraktives Ziel für unsere Gegner" bezeichnet. Als die Stadt vor sieben Jahren den Zuschlag für die Ausrichtung des Großereignisses erhalten hatte, war sie nur wenige Stunden später vom schlimmsten Anschlag ihrer Geschichte getroffen worden. Bei den Bombenattentaten auf den öffentlichen Nahverkehr wurden 52 Menschen getötet.

stk/dpa

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1. Die Überschrift könnte auch genauso gut ...
gold 15.07.2012
Zitat von sysopDPAKurz vor den Olympischen Spielen in London wächst die Sorgen um die öffentliche Sicherheit. Mehrere Terrorverdächtige sollen in den vergangenen Tagen unerkannt die Passkontrolle am Flughafen Heathrow passiert haben. Es wäre nicht die erste Panne im Sicherheitskonzept der Großveranstaltung. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,844467,00.html
... "Spiegel Online schürt Angst vor Terrorattacken" heißen.
2. Unerkannt?
a_tetzlaff 15.07.2012
Zitat von sysopDPAKurz vor den Olympischen Spielen in London wächst die Sorgen um die öffentliche Sicherheit. Mehrere Terrorverdächtige sollen in den vergangenen Tagen unerkannt die Passkontrolle am Flughafen Heathrow passiert haben. Es wäre nicht die erste Panne im Sicherheitskonzept der Großveranstaltung. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,844467,00.html
Woher weiss man da, dass jemand irgend was passiert hat? Hier soll der Bürger wiedermal für dumm bverkauft werden! Entweder man hat wirklich jemanden erkannt, und nichts unternommen oder man weiss nichts!
3.
s.spiegel 15.07.2012
Zitat von gold... "Spiegel Online schürt Angst vor Terrorattacken" heißen.
Das war der allererste Gedanke. Gestern war's die Sonneneruption und schauen Sie, wir leben noch. Ich würde den Spiegel gerne wieder in der Rolle sehen, die er '62 inne hatte.
4.
schumie 15.07.2012
Kürzlich war ich in London und durfte auf dem Flughafen erfahren, wie penibel man wegen "Finance Terror" nach Geld durchsucht wird! Dass einige Meilen Richtung Zentrum Milliardenbeträge am Fiskus vorbei stündlich durch die Welt geschippert werden, ohne dass eine Kontrolle passiert, scheint niemanden zu interessieren. Diese Terrorhatz ist einfach lächerlich!
5. Da
LustigerLumpi 15.07.2012
Zitat von sysopDPAKurz vor den Olympischen Spielen in London wächst die Sorgen um die öffentliche Sicherheit. Mehrere Terrorverdächtige sollen in den vergangenen Tagen unerkannt die Passkontrolle am Flughafen Heathrow passiert haben. Es wäre nicht die erste Panne im Sicherheitskonzept der Großveranstaltung. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,844467,00.html
haben die Terroristen ja ihr Ziel erreicht ohne was zu machen, allein durch etwagige Präsenz zu terrorisieren. Ich bin nicht Lebensmüde und bedauere alle Opfer von Terroristen, aber wenn man sich davon den Alltag bestimmen lässt haben sie gewonnen und die Gesellschaft wird Paranoid und zum Überwachungsstaat alles zum Schutze der Bevölkerung, da sollte man lieber die Toten in Kauf nehmen bevor dsa Leben unerträglich wird. Und mal abgesehen davon was uns diese Terrorangst kostet.
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