Orang Utan Oshine Englands dickster Affe muss auf Diät

13 Jahre lang nur Marshmallows und Wackelpudding haben bei Oshine ihre Spuren hinterlassen. Die Orang-Utan-Dame wiegt 100 Kilo und gilt als der fetteste Menschenaffe Großbritanniens. Ihr Schicksal rührt das ganze Land.

Monkey World - Ape Rescue Centre

London - So stellt man sich ein gemeinsames Kind von Chewbacca und Jabba the Hutt aus "Krieg der Sterne" vor. In Wahrheit genießt Oshine, so heißt die 13 Jahre alte Orang-Utan-Dame, den zweifelhaften Ruf, der dickste Menschenaffe Großbritanniens zu sein.

Oshines Schicksal rührt inzwischen das ganze Land. Nicht nur Boulevard-Zeitungen ist die Affenfrau eine Story wert, selbst die ehrwürdige "Times" kommt an ihr im wahrsten Sinne des Wortes nicht vorbei.

Kein Wunder, Oshine wiegt inzwischen satte 100 Kilo, mehr als doppelt so viel wie Orang Utans in ihrem Alter üblicherweise auf die Waage bringen.

13 Jahre lang hatte es sich die Affenlady so richtig gutgehen lassen. Schuld daran war ihre Besitzerin, die sie in Südafrika als Haustier gehalten hatte. Keine Bäume, kein Klettern, stattdessen Marshmallows, Wackelpudding und jede Menge anderer Süßkram.

Im Jahr 2008 ließ sich Oshines Fettleibigkeit beim besten Willen nicht mehr übersehen, und die Frau wandte sich an "Monkey World ", ein angesehenes Asyl für Menschenaffen im englischen Wareham.

Doch es dauerte seine Zeit, bis der Transport bewerkstelligt werden konnte. Erst am 31. August landete Oshine schließlich in Heathrow, wo sie von Alison Cronin, Direktorin der Affenaufzuchtsstation, in Empfang genommen wurde.

Auf die Affenfrau kommen jetzt harte Zeiten zu. Die Pfleger haben sie auf eine strenge Obst- und Gemüsediät gesetzt. Auch mit dem trägen Dahindämmern ist ab sofort Schluss. Oshine muss ein hartes Fitnessprogramm absolvieren, um endlich wieder ihr Normalgewicht zu erreichen

Am Ende könnte für sie aber noch das Happy End einer eigenen Familie stehen. "Sie muss jetzt erst mal ein paar Monate hungern. Aber dann spricht nichts dagegen, dass wir sie in unser Aufzuchtprogramm aufnehmen und sie ihre eigene kleine Familie gründet", sagte Direktorin Cronin.

In der Wildnis ernähren sich Orang Utans normalerweise von Rinde, Blättern, Früchten, Honig und Insekten. Sie gehören zu den gefährdeten Arten. Ihre größte Bedrohung liegt in der Zerstörung ihres Lebensraumes durch den Menschen, viele Exemplare fallen außerdem illegalen Tierschmugglern in die Hände.

kng

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