"Alexandra" und "Billie" Zwei Orkane nehmen Kurs auf Deutschland

Den Norden Großbritanniens hat Orkantief "Alexandra" bereits erreicht: Der Deutsche Wetterdienst sagt für die kommenden Tage Wind mit Stärke zwölf voraus. Ursache sind zwei ungewöhnlich starke Tiefdruckgebiete über dem Atlantik.

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Offenbach - Zwei starke Tiefdruckgebiete über dem Atlantik lassen das Wetter in Deutschland in den kommenden Tagen sehr ungemütlich werden. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erwarten an der Nordseeküste und in den Mittelgebirgen noch bis mindestens Freitag Stürme bis Windstärke zwölf. Selbst über das Flachland fegt der Wind in den kommenden Tagen mit bis zu 70 km/h hinweg.

Auf Helgoland wurden bereits am Mittwoch 104 km/h gemessen, auf Sylt 97 km/h und auf dem Brocken im Harz sogar Spitzenwerte von 130 km/h. Auf der Nordsee bildeten sich Wellen von bis zu 15 Metern Höhe. Auf dem Nordatlantik sollte das Wasser noch stärker wogen. Unruhig war es auch im Norden Großbritanniens: Auf mehreren Inseln im Westen Schottlands waren mehr als 17.000 Haushalte ohne Strom. In Irland und Schottland wurden Fährverbindungen eingestellt.

Ursache dafür ist Tief "Alexandra", das am Mittwoch südöstlich von Island lag und Richtung Osten zog. "Alexandra" ist mit einem Kerndruck von niedrigen 955 Hektopascal (hPa) ein deutlich stärkeres Tiefdruckgebiet als Orkan "Kyrill", der mit 960 hPa im Januar 2007 über Deutschland hinwegfegte. Auch "Lothar", der an Weihnachten 1999 wütete, brachte es nur auf einen Minimalwert von 962 hPa. Deutschlandweit wurde der tiefste Druck am 27. November 1983 mit 954,4 hPa in Emden in Niedersachsen gemessen.

Am Donnerstag soll "Alexandra" zwar an Kraft verlieren, doch über dem Atlantik entwickelt sich mit "Billie" bereits ein neues Tief. Dieses wird voraussichtlich am Freitag auf Deutschland treffen.

"Billie" bringt nicht nur Sturm, sondern auch deutlich mildere Luft. Zum Wochenende erwarten die Wetterforscher daher bereits wieder Temperaturen von bis zu elf Grad. "Ein Wintereinbruch ist nicht in Sicht", sagte eine DWD-Meteorologin. Auch in Alpennähe sollen die Temperaturen erst einmal wieder deutlich nach oben gehen. Schnee? Fürs Erste nicht.

jbe/dpa

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GinaBe 10.12.2014
1.
Hm. Nachdem in der gestrigen Wettervorhersage heute Windstärke 4 hier im Rheinland angesagt wurde, erwartete ich zumindest verstärkt Wind. Er kam aber nicht. Am Nachmittag stellte sich heiterstes Sonnenwetter ein und milde Temperaturen. Hoffentlich bleibt es so und der angekündigte Orkan ist in Wirklichkeit ein Datenfehler.
worldalert11 10.12.2014
2. Mal wieder Weltuntergang?
Seit der lächerlichen Katastrophenberichterstattung zum Orkan Xaver glaube ich den Wetterdiensten nicht mehr viel. Je größer der Hype um Stürme, desto schwächer scheinen sie auszufallen. Kaum wackelt in irgendeiner Kleinstadt der Weihnachtsbaum, schon steht ein N-TV-Reporter bereit. An den Küsten war es heute etwas stürmisch, im Inland aber nicht erwähnenswert. Bei Xaver prophezeiten ja manche schon den Untergang Hamburgs, brechende Deiche, viele Tote, jeder Sender wollte noch eins drauf setzen. Breaking News rund um die Uhr, obwohl es nichts zu berichten gab. Am Ende blieb weggespülter Sand auf den Inseln und einige umgestürzte Bäume. Die Windstärke hier in Niedersachsen war damals jedenfalls bei weitem nicht so stark wie die letzten Unwetter im Sommer und da kam keine Warnung. Also bloß keine Panik!
egoneiermann 10.12.2014
3.
Ach Leute die Wettervorhersage ist keine exakte Wissenschaft sondern bassiert auf Interpartation von gesammelten Daten. Da kann mal was daneben gehen, aber wer die Vorhersagen über Jahrzehnte beobachtet, der merkt, dass diese immer genauer werden. Bei uns hier in Baden war er heute nasskalt und windig, nicht wirklich schön, genau wie es die Vorhersage vorausgesagt hat. Wer die wenigen (vorausgesagten) Sonnenstrahlen abbekommen hat soll doch glücklich sein und nicht schimpfen.
mrblond1981 10.12.2014
4. Kyrill lässt grüssen?
Kyrill war mit mindestens Stärke 11 deklariert mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 202 km/h. Bleibt abzuwarten ob der kommende Sturm auch an diese Werte kommt und die Stärke 12 beibehält.
hayjay 10.12.2014
5. Wetterdienste sind nicht wirklich schuld
Zitat von worldalert11Seit der lächerlichen Katastrophenberichterstattung zum Orkan Xaver glaube ich den Wetterdiensten nicht mehr viel. Je größer der Hype um Stürme, desto schwächer scheinen sie auszufallen. Kaum wackelt in irgendeiner Kleinstadt der Weihnachtsbaum, schon steht ein N-TV-Reporter bereit. An den Küsten war es heute etwas stürmisch, im Inland aber nicht erwähnenswert. Bei Xaver prophezeiten ja manche schon den Untergang Hamburgs, brechende Deiche, viele Tote, jeder Sender wollte noch eins drauf setzen. Breaking News rund um die Uhr, obwohl es nichts zu berichten gab. Am Ende blieb weggespülter Sand auf den Inseln und einige umgestürzte Bäume. Die Windstärke hier in Niedersachsen war damals jedenfalls bei weitem nicht so stark wie die letzten Unwetter im Sommer und da kam keine Warnung. Also bloß keine Panik!
ich weiß nicht mehr ob es Xaver war, aber ich kann mich auch dunkel an sowas erinnern. Im Laufe der Berichterstattung kam es mir immer mehr so vor als wenn wir unsere Nordseeküste an den blanken Hans abtreten müssten. Das wovor vom gewarnt wurde also den Sturm und die Sturmflut hat es gegeben. Das ist immer ein bisschen gefährlich aber es ist halt nicht allzu viel passiert. Den ganzen Stress hat eigentlich nur die Klickbaiting Masche vieler Onlinemedien verursacht. Ich hab mir dann noch gedacht: hinterher meckern dann wieder alle über den Wettterdienst. P.S. ganz so harmlos war Xaver übrigens nicht, obwohl es eher Nordeuropa getroffen hat.
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