Rekordversuch in Sacramento Eltern stürzen Ostereiersuche ins Chaos

Eine Ostereiersuche der Superlative sollte es werden: Mehr als eine halbe Million Plastikeier wurden im kalifornischen Sacramento für Kinder versteckt. Doch dann machten ehrgeizige Erwachsene alles kaputt.


Es sollte ein Osterfest werden, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Mehr als 500.000 bunte Plastikeier wurden im kalifornischen Sacramento bestellt und auf dem Gelände des dortigen Capitols versteckt. Die Idee: Die Kinder der Stadt sollten die Eier einsammeln und die Beute später gegen Süßes eintauschen. Das Ziel: ein Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde für die größte Ostereiersuche der Welt.

Doch dann geschah das, was wohl häufig geschieht, wenn Dinge, die Kindern eigentlich Spaß machen sollen, plötzlich Wettbewerbscharakter bekommen: Die Eltern schalteten sich ein.

Wie die "Los Angeles Times" und der Sender CBS Sacramento berichten, nahmen Tausende Kinder an dem Event teil. Doch dann drängten sich einige Eltern in die Ostereiersuche, schnappten alle Eier, die sie in die Finger kriegten, und füllten fleißig die Körbchen und Wäschekörbe ihrer Kleinen.

Es dauerte nicht lang, da entbrannte Streit über die Frage, ob sich Erwachsene an der Suche beteiligen dürfen. Die Veranstaltung nahm der "Sacramento Bee" zufolge chaotische Ausmaße an. Augenzeugen berichteten von heulenden Kindern und entsetzten Ehrenamtlern, die machtlos den Erwachsenen beim Eier-Raffen zuschauten.

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Chaotischer Rekordversuch: Osterterror in Sacramento
Laut "Sacramento Bee" gingen nach dem Osterterror mehrere Beschwerden bei der Stadt ein - es habe zu wenig Sicherheitsmaßnahmen gegeben. Die Stadt begutachtet nun, ob nach Protokoll gesucht wurde. Vorläufiges Ergebnis: Die Veranstalter sind schuld, diese hätten nicht genug freiwillige Helfer zusammenbekommen.

Die Veranstalter, eine Organisation namens Blue Heart International, die sich für verschleppte Kinder einsetzt, bezog schließlich Stellung. Es sei vermutlich von den Eltern zu viel verlangt gewesen, sich nett und höflich zu benehmen, sagte der Event-Beauftragte Aaron Hutchinson der Zeitung. "Wenn sie sich zurückgenommen hätten und einfach die Kids ihr Ding hätten machen lassen, hätte es auch nicht so viel Unruhe gegeben."

Für einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde hat es übrigens nicht gereicht.

gam



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