Osterprogramm des Papstes: Innovativer TV-Auftritt, traditionelle Ansprache

Karfreitag stellte sich der Papst erstmals Fragen von Bürgern im Fernsehen - bei Osterbotschaft und dem Segen "Urbi et Orbi" hielt er sich jedoch an Konventionen: Er sprach von Krieg und Leid in aller Welt, blickte aber wieder nicht in die eigenen Reihen.

Ostern 2011: Glauben in Zeiten der Katastrophe Fotos
REUTERS

Hamburg - Die Kämpfe in Libyen, der Konflikt in der Elfenbeinküste, die Katastrophe in Japan: Papst Benedikt XVI. hat in seiner traditionellen Osterbotschaft die Konflikte in aller Welt thematisiert. Er forderte ein Ende der Gefechte in Libyen und rief zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts auf. Politik in Nordafrika sowie im Nahen Osten müsse auf Respekt gegenüber allen beruhen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Zehntausenden Pilgern auf dem Petersplatz in Rom.

Auch müsse jenen, die unter dem Konflikt zu leiden hätten, Zugang zu humanitärer Hilfe gewährt werden. Insbesondere die jungen Menschen in der arabischen Welt sollten sich einsetzen für eine Gesellschaft, in der Armut überwunden werde und die Politik von Respekt geprägt sei, sagte der Papst. In seiner Ansprache von der Loggia des Petersdoms nahm er auch zu der Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa Stellung: "Mögen Menschen mit gutem Willen ihre Herzen öffnen und sie willkommen heißen."

Mit seiner Osterbotschaft und dem Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") rief der 84-Jährige zudem zu "Vergeben und Versöhnung" in der Elfenbeinküste auf. Den Menschen in Japan wünschte er im Gebet, dass sie Trost fänden bei der Bewältigung der Katastrophe, die das Land mit einem Erdbeben und einem Tsunami getroffen habe. Wer auf Äußerungen zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche gehofft hatte, wartete ebenso wie im vergangenen Jahr vergeblich.

Dabei hatte sich Benedikt XVI. in diesem Jahr durchaus offen für Innovationen gezeigt: Am Karfreitag hatte er in einem Fernsehinterview Fragen von Bürgern beantwortet. Es war der erste direkte TV-Auftritt eines Papstes im Rahmen eines Osterprogramms. In einem zuvor aufgezeichneten Teil der Sendung "A Sua Immagine" (Nach seinem Bild) des italienischen RAI-Fernsehens äußerte sich das Kirchenoberhaupt der Katholiken zu insgesamt sieben Fragen - unter anderem auch zum Sinn des menschlichen Leidens.

Nach den Osterfeierlichkeiten wollte der 84-Jährige in seine Urlaubsresidenz Castel Gandolfo südlich von Rom fliegen, um sich vor der Seligsprechung seines Vorgängers Johannes Paul II. am nächsten Wochenende zu erholen.

siu/dpa/dapd

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1. Gute Erholung in Castel Gandolfo
Peter Sonntag 24.04.2011
Was soll er denn auch immer wieder sagen zum Irrsinn auf dieser Welt? Dass sich die Menschen vertragen mögen und sich nicht aufführen sollen wie kindliche Streithammel ? Jeder würde zustimmen und keiner würde sich daran halten, weil wir doch alle die Wahrheit gepachtet haben.
2. --
Irene 24.04.2011
Zitat von Peter SonntagWas soll er denn auch immer wieder sagen zum Irrsinn auf dieser Welt? Dass sich die Menschen vertragen mögen und sich nicht aufführen sollen wie kindliche Streithammel ? Jeder würde zustimmen und keiner würde sich daran halten, weil wir doch alle die Wahrheit gepachtet haben.
Volle zustimmung, abgesehen davon er Benedickt hat ja schon oft darüber sich geäussert. Die vielen Kirchenaustritte die in Deutschlnd in denn jetzten jahr gewesen sind, sind die Medien viel dran schuld denn es wurde zu sehr dramatisiert Damit will und kann ich nicht leugnen das es auch solche missbräuche gab aber in diese masse wie es dann in denn Medien berichtet wurde sicher nicht
3. aber in diese masse wie es dann in denn Medien berichtet wurde sicher nicht
joe sixpack 24.04.2011
Zitat von IreneVolle zustimmung, abgesehen davon er Benedickt hat ja schon oft darüber sich geäussert. Die vielen Kirchenaustritte die in Deutschlnd in denn jetzten jahr gewesen sind, sind die Medien viel dran schuld denn es wurde zu sehr dramatisiert Damit will und kann ich nicht leugnen das es auch solche missbräuche gab aber in diese masse wie es dann in denn Medien berichtet wurde sicher nicht
Ab welcher Anzahl von Missbrauchsfaellen sind Kirchenaustritte gerechtfertigt? Wo liegt Ihr Grenzwert?
4. sicher nicht?
joe sixpack 24.04.2011
Zitat von IreneVolle zustimmung, abgesehen davon er Benedickt hat ja schon oft darüber sich geäussert. Die vielen Kirchenaustritte die in Deutschlnd in denn jetzten jahr gewesen sind, sind die Medien viel dran schuld denn es wurde zu sehr dramatisiert Damit will und kann ich nicht leugnen das es auch solche missbräuche gab aber in diese masse wie es dann in denn Medien berichtet wurde sicher nicht
Die Faelle in den Medien waren alle sehr konkret. Koennen Sie belegen, dass die Medien ueber "unwahre" Faelle berichtet haben?
5. Schwieriger Job
horstma 24.04.2011
Um eine Welt mit mehr Frieden zu predigen, müsste der Papst allen, nicht nur jungen Arabern, dazu raten, auf eine Welt hinzuarbeiten, in der Religionen keine Rolle mehr spielen. Bevor das erreicht ist, sind alle Friedensbemühungen zum Scheitern verurteilt. Damit würde er aber seinen eigenen Stuhl absägen. Deshalb bleibt es bei den üblichen Allgemeinplätzen - und bei gut gemeinten, aber wirkungslosen Reden, deren Ideologie ihren Ursprung im Altertum und im Mittelalter hat.
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