Hamburg - Die Kämpfe in Libyen, der Konflikt in der Elfenbeinküste, die Katastrophe in Japan: Papst Benedikt XVI. hat in seiner traditionellen Osterbotschaft die Konflikte in aller Welt thematisiert. Er forderte ein Ende der Gefechte in Libyen und rief zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts auf. Politik in Nordafrika sowie im Nahen Osten müsse auf Respekt gegenüber allen beruhen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Zehntausenden Pilgern auf dem Petersplatz in Rom.
Auch müsse jenen, die unter dem Konflikt zu leiden hätten, Zugang zu humanitärer Hilfe gewährt werden. Insbesondere die jungen Menschen in der arabischen Welt sollten sich einsetzen für eine Gesellschaft, in der Armut überwunden werde und die Politik von Respekt geprägt sei, sagte der Papst. In seiner Ansprache von der Loggia des Petersdoms nahm er auch zu der Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa Stellung: "Mögen Menschen mit gutem Willen ihre Herzen öffnen und sie willkommen heißen."
Mit seiner Osterbotschaft und dem Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") rief der 84-Jährige zudem zu "Vergeben und Versöhnung" in der Elfenbeinküste auf. Den Menschen in Japan wünschte er im Gebet, dass sie Trost fänden bei der Bewältigung der Katastrophe, die das Land mit einem Erdbeben und einem Tsunami getroffen habe. Wer auf Äußerungen zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche gehofft hatte, wartete ebenso wie im vergangenen Jahr vergeblich.
Dabei hatte sich Benedikt XVI. in diesem Jahr durchaus offen für Innovationen gezeigt: Am Karfreitag hatte er in einem Fernsehinterview Fragen von Bürgern beantwortet. Es war der erste direkte TV-Auftritt eines Papstes im Rahmen eines Osterprogramms. In einem zuvor aufgezeichneten Teil der Sendung "A Sua Immagine" (Nach seinem Bild) des italienischen RAI-Fernsehens äußerte sich das Kirchenoberhaupt der Katholiken zu insgesamt sieben Fragen - unter anderem auch zum Sinn des menschlichen Leidens.
Nach den Osterfeierlichkeiten wollte der 84-Jährige in seine Urlaubsresidenz Castel Gandolfo südlich von Rom fliegen, um sich vor der Seligsprechung seines Vorgängers Johannes Paul II. am nächsten Wochenende zu erholen.
siu/dpa/dapd
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